Strauch: Hammerschmidt und Kaiser: Duo vereint Eifelkabarett und Irish Folk

Strauch : Hammerschmidt und Kaiser: Duo vereint Eifelkabarett und Irish Folk

Was hat die Eifel mit Irland, der grünen Insel oder den schottischen Highlands gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel: Hier wachsen die Hecken in den Himmel, dort gibt es nur Steinmauern. Hier fließt der Els, dort der Whisky.

Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Landstrichen arbeiten auch Jupp Hammerschmidt und Georg Kaiser nicht heraus, selbst wenn es in ihrem Bühnenprogramm heißt: „Eifelkabarett meets Irish Folk“. Eifelkabarettist Jupp Hammerschmidt aus Höfen und Folkmusiker Georg Kaiser aus Kalterherberg haben einfach das Experiment gewagt, Wortbeiträge und Musik im Wechsel zu präsentieren.

Im Prinzip spielt also jeder Teile seines Programms, und jeder spricht seine Zielgruppe an, aber zwischen den beiden Kleinkünstlern existiert dennoch ein Klima spezieller Verbundenheit. Denn wenn „enne Biebess“ (ein Höfener) auf „ne Oaß“ (einen Kalterherberger) trifft, dann liegt knisternde Spannung in der Luft.

„Die Eifel ist kalt“

Wie ein solches Aufeinandertreffen der Kulturen aussehen kann, davon konnten sich jetzt auch rund 40 Besucher im Pfarrheim Strauch überzeugen, wo das Duo nach erfolgreichem Start im Mai jetzt zum wiederholten Mal sein gemeinsames Programm präsentierte. Der kabarettistisch-musikalische Abend wurde standesgemäß eingeleitet durch Georg Kaisers Feststellung, dass es für einen Kalterherberger „eigentlich nichts Schlimmeres gibt als mit einem Höfener zu kommunizieren“.

Die Kommunikation kam aber dann dennoch zustande, spätestens als beide gemeinsam das Eifellied „Die Eifel ist kalt“ mit engagiertem Gesang intonierten.

Wie sehr die Kultur in der Eifel verwurzelt ist, konnte Jupp Hammerschmidt anhand vieler neuer Erkenntnisse belegen. Verdis „Gefangenenchor der Kallmucken“ habe seinen Ursprung ebenso in der Eifel wie auch einige der berühmtesten Schiller-Balladen.

Dass Georg Kaiser sich musikalisch nicht nur in irischen Pubs und den schottischen Highlands auskennt, unterstrich er mit dem Heimatsong „Bej oss in dr Eefel“, das von Els, Holz und Speck handelte. Seine irischen und schottischen Lieder klangen mal melancholisch, mal druckvoll, und nach der Aufforderung des Folksängers („Come on, Strauch!“) war Mitklatschen angesagt.

Auch Klassiker der amerikanischen Folk-Musik oder eine Verbeugung vor Reinhard Mey fehlten nicht, und als Könner auf traditionellen irischen Flöten ließ Kaiser seine Zuneigung zur grünen Insel erklingen. Und dass das Vereinslied des derzeit glücklosen Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln auf einem schottischen Volkslied basiert, erfuhren die Besucher auch so ganz nebenbei.

Unterdessen philosophierte Jupp Hammerschmidt über die visuelle Einzigartigkeit einer Eifeler Frisierkommode oder seine traumatischen Erfahrungen mit Vanillepudding oder „Posialben“. Hammerschmidt ließ das Publikum aber auch teilhaben am Rausch der Sinne auf dem Kettenkarussell oder überraschte mit der Erkenntnis, dass die berühmte Merkel-Raute ihren Ursprung eigentlich im rautenförmigen „Nujablock“ hat, der auf keiner Eifeler Kirmeswiese fehlen durfte.

Mit dem Eifel-Rap „Zömmermanns-Jupp“ als Höhepunkt und dem umverwüstlichen Party-Klassiker „Country Roads“ ging dann ein kurzweiliger musikalisch-kabarettischer Abend zu Ende, und der „Biebess und der Qaß“ hatten schließlich die Kleinkunst als kleinsten gemeinsamen Nenner erfolgreich entdeckt.

(P. St.)
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