Hahnbruch und Brunnenstraße im Roetgener Bauausschuss

Im Roetgener Bauausschuss: Bedenken bei Bebauung Hahnbruch und Brunnenstraße

In Rott soll das bestehende Wohngebiet westlich der bereits erschlossenen Straßen Hahnbruch und Brunnenweg im Ringschluss erweitert werden. Das erhitzt in Rott die Gemüter, wie aus einigen an die Gemeinde gerichteten Bedenken erkennbar wird.

Zur Begründung heißt es unter anderem, der landwirtschaftliche Grüngürtel werde zerstört und die Oase im Grünen (Brunnenweg) gar eliminiert. Ein wesentlicher Teil der bisher unbebauten Umwelt werde in einer unzulässigen Weise einer Bebauung zugeführt.

Zu diesem Thema lag den Mitgliedern des Roetgener Bauausschusses jetzt ein wahrer Wälzer vor – 279 Blätter A4, beidseitig bedruckt, so dass man es mit insgesamt 558 Seiten zu tun hatte. Da blieb es nicht aus, dass Kritik an dieser mehr als umfangreichen Vorlage angebracht wurde.

Bernd Vogel (PRB) merkte an, dass es ihm schwer falle, nach Feierabend noch in diesem Wust stöbern zu müssen. Die interessierten Bürger aus Rott mussten erst einmal über zweieinhalb Stunden warten, ehe das für sie interessante Thema in der Sitzung des Bauausschusses los ging.

Wie von Silvia Bourceau (UWG) zu Beginn der Sitzung befürchtet, konnten nicht alle Hausaufgaben erledigt werden, behandelt wurde lediglich die Änderung des Flächennutzungsplans. Eine Verschiebung bis zur nächsten Bauausschusssitzung gab es für den Bebauungsplan. Was von Planungsseite an den Ausschuss herangetragen und erläutert wurde, erwies sich aus Sicht einiger Ausschussmitglieder in vielen Fällen nicht gerade als das „Gelbe vom Ei“.

Bernd Vogel kritisierte unter anderem, dass Lkw alles kaputt fahren würden. Gudrun Meßing (Grüne) beanstandete, dass die Grenzwerte nicht mehr eingehalten würden. „Wie kann man als Planer so etwas vorlegen?“, fragte Meßing und sprach von Problemen mit dem Entwässerungskonzept. Vieles sei „unter den Tisch gekehrt worden“. Es bleibe mit Sicherheit nicht das letzte Baugebiet, gegen das die Bürger sein werden, meinte sie. Der parteilose Günter Severain bemängelte die Angaben zu den Gebäudehöhen. Mal habe er 18 Meter, dann wieder 13 Meter in den Unterlagen entdeckt.

Ganz anders hingegen Klaus Onasch (SPD): „Ich wundere mich mal wieder, es ist doch eh schon alles klar“, sagte er. Für Silvia Bourceau war aber längst noch nicht alles klar. Sie zeigte sich erstaunt über „so eine massiv geplante Bebauung“. Da seien Probleme programmiert, und es sei nicht auszudenken, was alles an Kosten auf die Anwohner zukommen werde. Sie erwarte eine „ganz schön teure Geschichte“, sagte Bourceau.

Das Entwässerungskonzept wurde von vielen Politikern mit Skepsis betrachtet. In einer kontrovers geführten Debatte blieb aber so manches im Unklaren. Am Ende wurde über die vorgelegten Bedenken der Bürger und die Stellungnahmen der Gemeindeverwaltung einzeln abgestimmt.

(der)
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