Gute Vorsätze: ist im Januar in Fitnesstudios in der Eifel mehr los?

Gute Vorsätze : Ist im Januar mehr los in Eifeler Fitnessstudios?

Anfang des Jahres setzen viele Menschen ihre guten Vorsätze, die sie an Silvester gefasst haben, in die Tat um. Ob das Ziel nun eine Gewichtsabnahme oder mehr Sport ist – bei vielen führt der Weg im Januar ins Fitnessstudio. So die gängige Auffassung. Doch stimmt das tatsächlich?

„Früher war das auf jeden Fall so, aber mittlerweile kann man nicht mehr sagen, dass sich vermehrt Leute im Januar anmelden“, sagt Ralph Beuel, Inhaber der Body Factory Eifel in Simmerath. Es gebe schon länger einen regelrechten Boom im Fitnesssektor. „Das Thema Gesundheit wird immer wichtiger und somit auch der Sport“, erklärt er.

Es gebe zwar sicher einige, die sich wegen guter Neujahrsvorsätze angemeldet hätten, aber an sich stiegen die Anmeldezahlen seit Monaten kontinuierlich. „Es ist zwar mehr los im Januar, aber das liegt auch daran, dass im Winter einfach mehr Kunden ins Studio kommen als im Sommer“, sagt Beuel. Beispielsweise würden die Spinning-Kurse gerne von Radsportlern genutzt. „Sobald das Wetter schöner ist, sind die aber lieber draußen unterwegs.“ Auch einige, die in der Weihnachtszeit weniger trainiert hätten, kämen im Januar wieder häufiger.

Einfluss von Wetter und Karneval

Das deckt sich auch mit den Beobachtungen von Michael Anders, Geschäftsleiter des Body- und Fitnessstudios Fit for Life in Rollesbroich. Dass ab Februar und März wieder weniger los ist, könne neben den angenehmeren Witterungsbedingungen auch an Karnevalsfeiern oder Krankheitswellen liegen.

Denjenigen, die wegen ihrer Vorsätze im Januar starten, rät er, es nicht zu schnell anzugehen. „Generell sollte man nicht so anfangen, dass man jeden Tag ins Studio kommt. Dann ist man schnell schlapp und ausgelaugt“, sagt er. Ideal sei ein Trainingspensum von dreimal pro Woche. „Und man sollte nicht in kurzer Zeit das erreichen wollen, was man über Jahre nicht geschafft hat“, ergänzt er. Besser sei es, sich kleine und realistische Ziele zu setzen.

Das betont auch Beuel. „Viele denken, wenn sie sich anmelden, haben sie das Ziel schon erreicht, aber es ist wichtig, dranzubleiben“, sagt er. Tipps um motiviert zu bleiben gibt es viele. Der Trainer rät dazu, sich mit einem Trainingspartner zu verabreden oder direkt nach der Arbeit ins Studio zu fahren, statt zu Hause einen Zwischenstopp einzulegen. „Wenn man einmal auf der Couch gesessen hat, ist der Schweinehund ziemlich groß“, sagt er. Auch Fotos zu machen könne helfen. Denn man baue am Anfang Muskeln auf, da verändere sich nicht unbedingt direkt das Gewicht, aber Unterschiede am Körper könne man recht schnell sehen.

Doch nicht nur Sport spielt eine Rolle, um gesund und fit zu sein. „Es ist wichtig, Sport zu machen, um den Grundumsatz zu steigern, aber die Ernährung ist genauso wichtig“, sagt Beuel. Kunden, die sich bei ihm anmelden, lässt er anfangs eine Woche in einem Tagebuch festhalten, was sie essen und trinken, um das Verhalten zu analysieren. „Oft reicht es schon aus, Kleinigkeiten zu verändern“, sagt er. Essen sei Lebensqualität, auf alles zu verzichten, müsse nicht sein. Wichtig sei vor allem, sich ausgewogen zu ernähren, also nicht auf eine Komponente, wie beispielsweise Kohlenhydrate, komplett zu verzichten. „Damit hat man zwar auch Erfolg, aber es nicht so gesund“, meint Beuel.

Auch Crash-Diäten bringen nicht den gewünschten Effekt. „Bei den meisten verliert man Muskulatur oder Wasser. Isst man dann wieder normal, wird man automatisch schwerer.“ Der klassische Jojo-Effekt.

Dem stimmt auch Karin Steffes, Diätassistentin an der Eifelklinik Manderscheid, zu. „Gewichtsabnahme funktioniert am besten durch eine langfristige Ernährungsumstellung“, sagt sie. Regelmäßig zu essen, sei dabei sehr wichtig, am besten in einem zeitlichen Abstand von rund vier Stunden. Um Heißhunger zu vermeiden, sollte man laut Steffes keine zu langen Pausen zwischen Mahlzeiten entstehen lassen und so genannte langkettige Kohlenhydrate zu sich nehmen, diese sind unter anderem in Gemüse und Vollkornprodukten enthalten. „Sie halten den Blutzuckerspiegel langfristig auf einem gleichmäßigen Niveau“, sagt sie.

Doch neben jenen, die mit dem Ziel abzunehmen oder definierter auszusehen, ins Studio kommen, gibt es auch Kunden, die gesundheitliche Probleme reduzieren möchten. Rücken-, Hüft-, Schulter- und Knieschmerzen seien häufige Beschwerden, mit denen Kunden vor ihrer Anmeldung im Studio zu kämpfen hätten, erklärt Beuel. „Der Körper ist nicht geschaffen, um nichts zu tun. Bewegung ist das beste Mittel, um gesund zu bleiben“, fasst er zusammen.

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