Neues Caritas-Angebot: Gruppe bietet Kindern psychisch erkrankter Eltern Hilfe

Neues Caritas-Angebot: Gruppe bietet Kindern psychisch erkrankter Eltern Hilfe

Wenn eine psychische Erkrankung eines Elternteils diagnostiziert ist, kommen die Kinder in den Therapieplänen selten vor.

Mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen bleiben die Kinder als Angehörige oft auf sich alleine gestellt. Im Oktober startet in der Caritas-Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Monschau zum vierten Mal eine Gruppe für Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren, deren Eltern unter einer psychischen Erkrankung leiden.

Mit dieser Gruppe bietet die Beratungsstelle betroffenen Familien Hilfe an. Die Kinder erhalten in der Gruppe Erklärungen über die Erkrankung und verstehen, wie Mama oder Papa sich in bestimmten Lebenssituationen verhalten. In der Gruppe wird das Gespür der Kinder für ihre eigenen Gefühle geschärft. Sie werden unterstützt, auch ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

Kinder, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, haben sehr feine Antennen und sind sensibel für Stimmungsschwankungen. Sie fragen sich, wie ihre Mutter oder ihr Vater sich heute wohl verhalten wird. Sind die Rollläden unten? Regt Mama sich heute wieder schnell auf? Die Kinder verhalten sich oft angepasst und übernehmen viel Verantwortung für das erkrankte Elternteil. Betroffene Kinder fallen über einen langen Zeitraum nicht auf. Sie kümmern sich oftmals wenig um ihre eigenen Bedürfnisse, bis es ihnen selbst nicht gut geht.

Oftmals leiden die Kinder unter Schuldgefühlen. Sie glauben: „Hätte ich mir mehr Mühe gegeben, wäre ich noch lieber gewesen, dann wäre Mama bestimmt wieder gesund geworden.“ Kinder erfahren in der Gruppe der Beratungsstelle, dass sie keine Schuld haben an der Erkrankung der Eltern, und dass es nicht in ihrer Macht steht, die Eltern durch Fürsorge gesund zu machen.

Es stärkt die Kinder zu erfahren, dass andere Kinder die gleichen oder ähnlichen Erfahrungen in ihren Familien machen. Die psychische Erkrankung eines Elternteils ist jedoch nur ein Aspekt in der Familie. Es wird mit den Kindern auch geschaut, was in der Familie schön ist und was sie glücklich macht. Sie erleben in der Gruppe Zusammenhalt und Spaß durch gemeinsames Spielen und auch durch künstlerische und erlebnispädagogische Elemente.

In einem Vorgespräch können Eltern alle Fragen und Unsicherheiten ansprechen. Erst danach wird gemeinsam entschieden, ob das Gruppenangebot für das Kind hilfreich sein kann. Durch Spendengelder ist es möglich bei Bedarf einen Fahrdienst für die Kinder einzurichten. Die Gruppe findet ab Oktober immer montags von 15 bis 16.30 Uhr unter der Leitung von Anne Klubert (Kinder- und Jugendlichentherapeutin) und Ilona Puschmann (Familientherapeutin) statt. Ab sofort können sich interessierte Eltern bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas, Laufenstraße 22, in Monschau, melden. Tel. 02472/80 45 15, E-Mail: eb-monschau@mercur.caritas-ac.de.