Monschau: Grundschulen: Imgenbroich zu Konzen, Kalterherberg zu Mützenich

Monschau: Grundschulen: Imgenbroich zu Konzen, Kalterherberg zu Mützenich

Zum Ende des Schuljahres 2009/2010 wird die Grundschule Imgenbroich aufgelöst und mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 als Teilstandort an die Gemeinschaftsgrundschule Konzen angebunden. Die Schule heißt dann Gemeinschaftsgrundschule Imgenbroich-Konzen.

Der gleiche Zeitplan gilt für die katholische Grundschule Kalterherberg, die an die katholische Grundschule Mützenich angebunden wird und Katholische Grundschule Kalterherberg-Mützenich heißen.

Diese neue Konzeption der städtischen Grundschulen hatte in den vergangenen Monaten immer mehr an Konturen gewonnen, sodass auch der Monschauer Schulausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend den entsprechenden Beschluss fasste - allerdings mit zwei Gegenstimmen der SPD.

Rund 25 Zuhörer, darunter auch SPD-Landtagskandidat Stefan Kämmerling, verfolgten die recht kurze Debatte zum Schulentwicklungsplan. In fünf Informationsveranstaltungen waren zuvor intensiv und teilweise emotional die Argumente ausgetauscht worden.

Formal wird der Beschluss zum 1. August 2010 umgesetzt. Da die Eingangsklassen für das Schuljahr 2010/2011 an allen fünf Schulstandorten aber über 20 Schülern liegen, soll die praktische Umsetzung erst ab dem Schuljahr 2011/2012 erfolgen.

Ab dem kommenden Schuljahr wird es somit im Stadtgebiet Monschau nur noch drei eigenständige Grundschulen (Konzen, Imgenbroich und Höfen) geben, aber fünf Standorte. An allen Standorten, auch dies ist Teil des Beschlusses, soll weiterhin Unterricht stattfinden.

Auf diesen Punkt hatte Imgenbroichs Ortsvorsteher Bernd Neuß Wert gelegt, der sich „alles andere als begeistert” über die Auflösung des Standortes Imgenbroich zeigte. Es sei zwar die Notwendigkeit zum Handeln gegeben, aber Imgenbroich bilde aufgrund seiner zentralen Lage „noch die besten Voraussetzungen”, um eine eigene Klasse zu bilden.

Nicht überzeugt von der neuen Konzeption zeigte sich Brigitte Olschewski (SPD): „Warum sollen wir ohne Not zwei Schulstandorte auflösen?”, fragte sie sich. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass es überall volle Eingangsklassen gebe. Statt „voreilig Schulen aufzulösen, sollte man lieber die Entwicklung abwarten und im nächsten Jahr neu diskutieren.”

CDU-Sprecher Micha Kreitz erinnerte daran, dass man keine kurzfristige Entscheidung getroffen habe, sondern eine Lösung am Ende eines zweijähriges Prozesses unter Mitwirkung der Eltern gefunden habe. Im Arbeitsausschuss habe es auf breiter Basis Einstimmigkeit gegeben, und das gefundene Konzept gebe Planungssicherheit für mindestens fünf Jahre. Im übrigen solle man nicht von „Auflösung” sprechen, sondern von „Solidarität”, die erforderlich sei, um fünf Schulstandorte zu erhalten.

„Wir sind zum Handeln gezwungen”, stellte Kurt Victor (FDP) fest; schließlich hänge auch langfristig die Lehrerzuweisung von den Schülerzahlen ab.

„Das Verfahren ist fair gelaufen”, lautete das Fazit von Bernd Händler (Grüne). Eine andere Lösung als die jetzt gefundene, biete sich nicht an. „Es geht nicht um die Auflösung sondern um den Erhalt von Standorten.”

„Höchste Zeit” wurde es laut Bürgermeisterin Margareta Ritter für die Aufstellung eines neuen Schulentwicklungsplans. In fünf Jahren seien nur noch 71 Schulneulinge (im kommenden Schuljahr sind es 124) laut Prognose zu erwarten. Das reiche nicht, um fünf eigenständige Grundschulen zu erhalten.

Mit Blick auf Imgenbroich meinte sie, dass die aktuellen Anmeldezahlen (30) den Ort „etwas übermütig” werden ließen, doch müsse man die langfristige und gesamtstädtische Entwicklung im Blick behalten (im Vorjahr gab es in Imgenbroich 12 Anmeldungen). Zwei Schulstandorte anzubinden sei „die beste Lösung.” Ein Hinausschieben der Entscheidung bedeute ein Hinausschieben der Verantwortung. Gegenüber den Eltern sehe sich der Schulträger in der Pflicht, Planungssicherheit zu geben. Ritter sprach von einem „sanften Zusammenführen”, das sozial verantwortlich gestaltet sei.

Die Verwaltung wird sich nun noch Gedanken darüber machen, wie man eine Schüler-Betreuung in den Ferien sicherstellen kann, ein möglichst breites Angebot der Offenen Ganztagsschule aufrecht erhält und praktische Lösungen beim Schülertransport anbieten kann.

Auch Schulrat Christoph Esser bestärkte die Stadt in ihrem eingeschlagenen Weg. „Mini-Schulen haben keine Zukunft. Die Perspektive muss über ein Schuljahr hinausgehen.”