Roetgen: Grüne: Naturschutz als Gemeindevorteil

Roetgen: Grüne: Naturschutz als Gemeindevorteil

Die Grünen in Roetgen hatten zum Forstwirtschaftsplan den Antrag gestellt, einige Waldparzellen, die als Naturschutzgebiete ausgewiesen und als Erweiterungsflächen für die FFH-Gebiete Hoscheiter Venn und Wollerscheider Venn vorgesehen sind, aus der forstlichen Bewirtschaftung herauszunehmen.

Damit sollen die dort vorhandenen seltenen Moorwälder und Zwischenmoore erhalten und dauerhaft geschützt werden. Im Fachausschuss für Umwelt, Touristik und Forst konnten sich CDU und SPD dem Antrag der Grünen nicht anschließen, fürchten sie doch wirtschaftliche Einbußen für die Gemeinde. Nach Ansicht der Grünen sind beide Parteien „fälschlicherweise“ davon überzeugt, dass eine Holzernte in diesem sensiblen Bereich dem Waldwuchs zugutekomme und keinen Schaden zufüge.

Einzigartiges Biotop

Die Grünen-Verantwortlichen befinden indes, dass übersehen wird, dass dieser Eichen-Birken-Bruchwald in seiner jetzigen Struktur ein sehr wertvolles einzigartiges Biotop darstellt, das von den alten Bäumen lebt, die jetzt entnommen werden sollen. Zudem sind laut Grünen-Pressemittelung die Schäden, die Holzerntemaschinen im Waldboden hinterlassen, nicht zu reparieren.

Die unvermeidliche Bodenverdichtung werde zu einer Zerstörung der Bodenlebewesen und zur Ausbreitung von unerwünschten Pflanzen wie Adlerfarn führen, heißt es weiter. Deshalb sei es aus naturschutzfachlichen Gründen so wichtig, diesen Wald ab sofort in Ruhe zu lassen und nicht noch kurzfristig einmalig anfallende Erlöse mit dem Verkauf von Brennholz zu erzielen. Der Gemeinde, so sehen es die Grünen, entstünden keine Verluste durch die Aufgabe der Forstwirtschaft in diesem Naturschutzgebiet, denn für die ökologische Aufwertung dieses Bereichs bekomme die Gemeinde Ökopunkte, die sie wiederum verkaufen kann. Für dieses Gebiet könnten, schätzen die Grünen, mehr als eine Million Ökopunkte erwirtschaftet werden, mit einem Gegenwert von bis hin zu einer Million Euro.

Damit könnten die Ertragsverluste, die in diesem Forstwirtschaftsplan etwa 23.000 Euro ausmachen würden, vielfach aufgewogen werden. Für die Ratssitzung in Roetgen, in der der Forstwirtschaftsplan abschließend beschlossen wird, haben die Grünen ihren Antrag noch einmal modifiziert. Die Fichtenparzellen stünden jetzt nicht mehr in der Diskussion.

Die aus der Bewirtschaftung herauszunehmende Fläche wurde um die Hälfte reduziert. Das wirtschaftliche Argument werde durch die Ökopunkterechnung außer Kraft gesetzt. Die Grünen hoffen, mit diesem Antrag und seiner sehr ausführlichen Begründung die anderen Ratsmitglieder davon zu überzeugen, dass der Vorrang des Naturschutzes hier sogar zum Vorteil des Gemeindehaushalts gereichen wird.

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