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Mützenich: Großes Pferdefestival begeistert Tausende Besucher und Reitsportfreunde

Mützenich : Großes Pferdefestival begeistert Tausende Besucher und Reitsportfreunde

Ein spektakuläres Showprogramm und guter Sport zeichneten das Mützenicher Sommerturnier am Wochenende aus. Bei bisher nicht gekannten Temperaturen wickelten die treuen Helfer die zahlreichen Prüfungen souverän ab.

Hilfe in Form von Bewässerung kam von Mützenicher Landwirten. „Das kannten wir bisher noch nicht“, sagte Ingo Scheffen, der 1. Vorsitzende des Reitervereins St. Georg Mützenich. „Hier am Rand des Hohen Venns haben wir uns noch nie um Wasser sorgen müssen. Und diesmal war die Wasserbeschaffung für uns die größte Herausforderung. Wir bedanken uns herzlich bei den Mützenicher Landwirten Rolf Funken und Heiko Steffens, die zigtausend Liter Wasser herangeschafft haben, damit der Boden hier griffig bleibt.“

Das Minipony könnte unter dem Bauch des Kaltblüters durchgehen. Foto: Anneliese Lauscher

Der Hitze getrotzt

Trotz der Hitze gab es relativ wenig Ausfälle. Am Freitag und Samstag kamen über achtzig Prozent der gemeldeten Teilnehmer. Für Andrea Ruland vom gastgebenden Verein gab es am Freitag Grund zur Freude: Sie wurde auf Limoncelli Zweite in der L-Dressur (7,5 Punkte). Die Siegerin, Marie Umbach auf Valido‘s Viene, kam vom RV Würselen (7,8 Punkte).

Am Samstag gelang Nicole Rader vom Reit- und Fahrverein Eicherscheid eine gute Platzierung in der Stilspringprüfung der Klasse A: Sie wurde mit Cassius Dritte, Wertnote 7,5. Am Nachmittag zeigten mutige Eifeler Amazonen vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse tolle Leistungen: Lena Breuer vom Reit- und Fahrverein Eicherscheid ließ im Zeitspringen der Klasse M die Konkurrenz aus dem Rheinland hinter sich und holte sich auf Florentina mit dem schnellsten Nullfehlerritt den Sieg. Ihre Vereinskameradin Jana Hartleb wurde mit Cassiana Zweite in der zweiten Abteilung, und Johanna Schreiber, RV Mützenich, kam mit Cornwell auf den dritten Platz. Die Beiden blieben ebenfalls fehlerfrei.

Dann machten es sich mehr und mehr Zuschauer am Rand des großen Rasenplatzes bequem, viele hatten Stühle mitgebracht. Denn das Showprogramm bei dem Pferdefestival wollte sich niemand entgehen lassen. „Tatsächlich investieren unsere Mitglieder und Freunde viel Zeit und Ideenreichtum in die Vorbereitung des Programms“, berichtete Ingo Scheffen. Stadionsprecher Frank Schreiber richtete Dankesworte an die Kaltblutfreunde Aachen und die engagierten Pferdeliebhaber aus dem Verein.

Ein Pas de Deux auf Kaltblutpferden zeigten Annika und Katharina Steffens. Willig und fleißig trabten die beiden Dicken. Bei der Quadrille von sechs Kaltblütern konnte man staunen, wie diese Pferde, die sonst in der Kutsche gehen oder im Wald arbeiten, schöne Hufschlagfiguren in einer harmonischen Vorstellung zeigten. Ein Islandpferd wurde von Lotte Mainz vorgestellt; besonders beeindruckend war die „erschütterungsfreie Gangart Tölt“ — bei vollem Tempo wurde kein Tropfen aus dem vollen Bierglas verschüttet.

„Wie Pferde ticken und was sie fühlen“, weiß Sandra Schneider, die in Strauch Westernreiten praktiziert. Ihre Vorführung zu Pferd und an der Doppellonge erhielt begeisterten Applaus. In einem kleinen Wettbewerb maßen sich Reiter, Rückepferde und Kutschen. Hier gewann das Trio Stefan Schmitz, Horst Finder und Franz Karl Boden. Eine Präsentation verschiedener Kutschen rundete das Showprogramm ab.

Das Kaltblutrennen

Das von über tausend Zuschauern sehnlichst erwartete Kaltblutrennen hatte diesmal zehn Teilnehmer. Mit viel Herz und mit der nötigen Vorsicht ritten die jungen und älteren Reiterinnen und Reiter die sonst eher behäbigen Kaltblüter im Galopp über den Platz. Energisch und leidenschaftlich setzte sich Stefan Schmitz durch. Im Finale trat er gegen Nicole Kugel an — und ritt auf Richard zum Sieg.

Der überglückliche Mann, seit Kindesbeinen im Reiterverein Mützenich aktiv, bedankte sich zunächst beim Kaltblutfreund Bernhard Ungermann aus Höfen, der ihm Kaltblüter Richard ausgeliehen hatte. Dann verkündete er, es gebe Freibier. Die Jagdhornbläservereinigung der St. Georgsreiter schmetterte: „Hoch soll er leben!“ Und aus der Hand der Geschäftsstellenleiterin der Sparkasse Aachen, Silvia Jansen, empfingen die Teilnehmer ihre Preise.