1. Lokales
  2. Eifel

Große Spende für Förderverein Bruder Theo Call

Große Spende für Förderverein Bruder Theo Call : Hilfe für Albino-Kinder in Kabanga

Das war für alle Beteiligten ein ganz besonderer Moment: für den Förderverein Bruder Theo Call, der im Saal „Achim & Elke“ in Konzen seine alljährliche Mitgliederversammlung abhielt, genauso wie für den Rotary-Club Monschau-Nordeifel, dessen Vertreter Claudia Mayer und Anthony Harvey zu Gast waren.

Es ging um die Situation von Kindern und Jugendlichen in Tansania, die an Albinismus leiden. Albinismus ist eine genetische Erkrankung, die dazu führt, dass sich bei den Betroffenen keine die Haut-, Haar- und Augenfarbe ausbildet. Menschen mit Albinismus haben in der Regel ein blasses, weißes Aussehen, leiden an zu geringer Sehkraft und einer extremen Hautempfindlichkeit, wenn sie der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, und haben aufgrund eines komplexen Krankheitsbildes eine Lebenserwartung von nur etwa 35 bis 40 Jahren.

Menschen mit Albinismus erkranken etwa 1000 mal häufiger an Hautkrebs als Menschen ohne diese Pigmentstörung. In Tansania kommt diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig vor.

Das Schlimmste aber ist, dass diese Menschen in großen Teilen Afrikas gezielt verfolgt, verstümmelt und umgebracht werden, um ihre Körperteile zu vermarkten, da der Glaube, dass diese weißen Körperteile magische Kräfte besitzen und Glück bringen, weit verbreitet ist. Deswegen fliehen viele Mütter mit Albino-Kindern aus ihrer Umgebung und suchen Schutz in den wenigen Lagern, die es gibt.

Bekanntermaßen arbeitet Bruder Theo Call seit inzwischen mehr als 50 Jahren in Tansania, wo er eine Missionsstation leitet und in all den Jahren schon große und umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt hat, von denen Dieter Johnen, Geschäftsführer des Fördervereins, und Martin Krings als Vorsitzender bei der Mitgliederversammlung eindrücklich berichteten.

Neben einer Vielzahl an Projekten zur Verbesserung der Lebensumstände und der Infrastruktur vor Ort gibt es dort in Kabanga unter Bruder Theo Calls Leitung auch ein Camp für blinde und behinderte Albino-Kinder. Dorthin sind in den letzten Jahren über 160 Albino-Kinder geflohen, weil sie dort Schutz und Aufnahme fanden. Das Camp bietet den Müttern und Kindern Polizeischutz und ein Minimum an Grundernährung. Es gibt jedoch weder sanitäre Anlagen noch medizinische Behandlung oder auch nur die geringste Schulbildung. Damit haben die Kinder und Jugendlichen keine Zukunftsperspektive.

Genau an dieser Stelle setzt das neue, großangelegte Gemeinschaftsprojekt der beiden Vereine an: „Wir werden dort auf Grundlage der vorhandenen Gebäude eine Schule einrichten, die es den Albino-Kindern und -Jugendlichen ermöglicht, lesen, schreiben und rechnen zu lernen“, erläutert Claudia Mayer.

„Dazu müssen die Gebäude ertüchtigt werden, wir benötigen dringend Sonnenschutz für die Albino-Kinder, sanitäre Anlagen müssen her. Die Liste ist lang, aber nicht endlos, so dass wir das auch alles schaffen können,“ ergänzt Tony Harvey, der als sogenannter Foundation-Beauftragter dafür sorgte, dass der Rotary-Club Monschau-Nordeifel die enormen Geldmittel, die dafür nötig sind, nicht allein aufbringen muss.

Claudia Mayer erklärt: „Bei solchen Projekten, die gut durchdacht sind, gibt es die Möglichkeit, dass der Distrikt, also die überregionale Vertretung von Rotary, die Projektsumme verdoppelt. Das muss dann noch von der Zentrale in Evanston (USA) genehmigt werden, und genau diese Genehmigung haben wir nunmehr, so dass wir loslegen können.“

Vor Ort organisiert und kontrolliert der Förderverein Bruder Theo Call die Maßnahmen. Elke und Martin Krings sind mittlerweile drei Mal im Jahr in Tansania, schauen dort nach dem Rechten und treiben die Maßnahmen voran. In der Mitgliederversammlung wurde mit vielen Fotos gezeigt, wie die Fortschritte der zahlreichen Baumaßnahmen in Kabanga die Situation vor Ort verbessert haben und was noch zu tun ist. Martin Krings: „Es gibt noch eine Menge zu tun.“ An dem Projekt zur Ermöglichung von Elementarbildung für die im Camp lebenden Albino-Kinder und -Jugendliche sind viele Rotarier auch aktiv beteiligt.

Past-Präsidentin Claudia Mayer und Foundation-Beauftragter Anthony Harvey durften Martin Krings als Vorsitzendem des Fördervereins nun den Scheck in Höhe von 30.000 Euro überreichen. „Das ist für uns die mit Abstand größte Einzelspende in den 15 Jahren, die der Rotary-Club Monschau-Nordeifel besteht,“ betonte Mayer. „Das ist für uns die mit Abstand größte Einzelspende, die wir jemals erhalten haben“, sagte Martin Krings.

Claudia Mayer wies darauf hin, dass die Hilfe nur möglich ist durch die Veranstaltungen Oldtimer-Ralley und Konzert, die der Rotary-Club regelmäßig veranstaltet. Das nächste Konzert findet am 24. Januar 2020 ab 20 Uhr in der Aukirche Monschau statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.