Einruhr: Große Polizeikontrolle in der Eifel: 122 Verwarnungen und 38 Anzeigen

Einruhr: Große Polizeikontrolle in der Eifel: 122 Verwarnungen und 38 Anzeigen

„Wir möchten unberechenbar bleiben“, sagte am Montagnachmittag Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach an der Bundesstraße 266. Am Abzweig Dedenborn standen gut 20 Polizisten, um den Verkehr, insbesondere die Zweiradfahrer, zu kontrollieren. Auf einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Uhrzeit möchten sich die Beamten nicht festlegen. Sieben Tage die Woche, bis in die tiefen Abendstunden hinein, kann kontrolliert werden.

Polizeipressesprecher Andreas Müller: „Da sich Messstellen bei den Kradfahrern schnell herumsprechen und damit die Standorte schnell verbrannt sind, wird seitens der Polizei immer wieder der Standort gewechselt.“ Nur auf diese Weise könne „Flächendruck“ aufgebaut werden.

Diverse Motorräder nahmen die Beamten genau unter die Lupe und entdeckten dabei so manchen Makel — wie etwa fehlende Schalldämpfer und zerstörte Scheinwerfer. Foto: G. Klinkhammer

„Linksrheinischer Qualitätszirkel“ heißt die Kontrollaktion der Behörden von Düren, Euskirchen und Aachen. Bei der Aktion am Montag handelte es sich um die fünfte dieser Art in dieser Saison. Wie Dirk Weinspach bekannt gab, sollen in der laufenden Saison mindestens noch sechs große Kontrollen folgen. Zu den Großaktionen gesellen sich immer wieder die normalen Verkehrskontrollen, um die sprunghaft ansteigenden Unfallzahlen mit Beginn des schönen Wetters in der Eifel möglichst dämpfen zu können.

Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen im Jahr heraus, bevölkern auch schon unzählige Motorradfahrer die Straßen der Region. Foto: G. Klinkhammer

Schon 13 Motorradunfälle in der Saison 2018

Andreas Müller nannte Zahlen: „Allein in den Bereichen Simmerath und Monschau verzeichneten wir in der angelaufenen Saison 2018 bereits 13 Motorradunfälle. Es gab neun Schwerverletzte und vier Personen wurden leicht verletzt.“ Wie viele Alleinunfälle sich unter dieser traurigen Bilanz befanden, konnte Müller nicht sagen. Denn kein Geheimnis ist, dass Serpentinenstraßen etwa in den Abendstunden gerne als Rennstrecke von immer wieder den selben Motorradfahrern auf und ab benutzt werden und dabei Alleinunfälle geschehen.

Wie Andreas Müller berichtete, wurden bei den Maßnahmen im genannten Bereich bisher 726 Maßnahmen ausgesprochen. 34 Mal wurde allein gegen ein Streckenverbot verstoßen. Eine Straßensperrung wird einfach ignoriert. Bisher können 18 Kradfahrer mit Fahrverboten rechnen. Wie viele Niederländer beispielsweise unter den „Anzeigenkunden“ waren, das konnte Müller auch nicht beantworten.

Die Bilanz von Montag: 122 Verwarnungen und 38 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Zwei Kradfahrer dürfen mit Fahrverbot rechnen. Für einen Kradfahrer, der an der Hahner Straße/Landesstraße 12 mit 161 Kilometern pro Stunde in einer 70er-Zone erwischt wurde, gab es ein Bußgeld von 600 Euro plus zwei Punkte in Flensburg plus drei Monate Fahrverbot. Auch in Kesternich/ Rurberger Straße wurde gerast, dort erwischte die Polizei einen Kradfahrer mit 101 Kilometern pro Stunde in einer 50er-Zone. Am Abzweig Dedenborn fielen zehn Fahrer mit der Ordnungsdwidrigkeit auf, ein Überholverbot missachtet zu haben. In Imgenbroich erwischte die Polizei vier Fahrer mit Handy am Ohr.

„Poli-Tour“ im September

Zu einer „Poli-Tour“, einer präventiven Maßnahme, lädt die Polizei Interessenten am 8. September im Bereich Monschau/Simmerath ein. Dann fahren Polizisten auf Motorrädern gemeinsam mit Kradfahrern verschiedene Strecken ab und vermitteln Wissenswertes.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bedankte sich bei den Beamten: „Mir ist wichtig, dass die Polizei die von Motorradlärm und Rasern geplagten Bürger in der Eifel nicht im Stich lässt. In den vergangenen Jahren hat die Polizei die Präsenz verbessert. Wenn es mir nach geht, kann sie sie noch weiter erhöhen.“