Gemeinde Simmerath: Standorte für Mobilfunkantennen

Funkloch in Simmerath : Lücken im Netz sollen geschlossen werden

Nicht in allen Orten der Nordeifel ist die Versorgung der Mobilfunknetze für die moderne Kommunikation ausreichend. Deshalb werden in der Gemeinde Simmerath aktuell verschiedene Standorte geprüft, wo neue Mobilfunkantennen installiert werden könnten, um die Lücken im Netz zu schließen.

Im September 2016 hatten CDU und Grüne gemeinsam einen Antrag gestellt, weil die beiden Fraktionen verstärkt Klagen über die Unzureichende Handy-Netzversorgung im Gemeindegebiet erreicht hatten. CDU und Grüne erkannten hier einen „eindeutigen Standortnachteil“ für die Gemeinde und baten die Verwaltung, Kontakt zu den Mobilfunkanbietern aufzunehmen. Teilweise seien über lange Zeiträume kaum Internetverbindungen möglich und wenn überhaupt dann nur sehr langsame. Aber auch normale Telefonverbindungen seien zeitweise nicht möglich beziehungsweise stark gestört. „Gerade hier steht zu befürchten, dass unter Umständen selbst Notrufe nicht zeitnah möglich sind, vom Komfort eines modernen Handy-Netzes und dem touristischen Mehrwert einmal abgesehen“, schrieben CDU und Grüne damals in ihrem Antrag.

Anschließend wurde das Thema im Strukturausschuss der Gemeinde behandelt und die Verwaltung offiziell beauftragt, die Möglichkeiten mit den Mobilfunkanbietern abzuklären. Daraufhin habe sich die Telekom bereit erklärt, die Versorgung zu verbessern, teilt Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf Anfrage mit. Momentan prüfe die Telekom verschiedene Standorte im Gemeindegebiet.

„Noch haben wir aber keine abschließenden Aussagen der Telekom erhalten. Sofern diese bis Mitte November vorliegen, wird die Politik über das Ergebnis informiert und das Thema erneut im Strukturausschuss beraten“, erläutert Hermanns.

Auch aus seiner Sicht, sei in Zukunft eine bessere Mobilfunkversorgung in manchen Orten nötig, „um als Gemeinde attraktiv zu sein“. „Sollte die Telekom aber auf großen Widerstand stoßen, dann wird sie ihr Vorhaben sicher überdenken“, warnt Hermanns. Zu einem gewissen Teil liege es auch in der Hand der Bürger, wann man sich welcher Strahlenbelastung aussetze. „Bei uns zu Hause ist nachts alles offline und das kann ich nur jedem raten“, sagt er.

In Eicherscheid hat sich inzwischen schon eine Interessengruppe „Pro Sendemast“ gegründet. Man wolle mögliche Gefahren oder Belastungen durch elektromagnetische Strahlung nicht kleinreden, jedoch gebe es keine eindeutig belastenden Studien dazu, erklärt Initiator Enrico Jansen. „Jedoch möchte ich verdeutlichen, dass durch einen Sendemast die Strahlungsbelastung des Nutzers eher minimiert wird, da die direkt am Körper liegenden Geräte weniger leisten beziehungsweise strahlen müssen“, sagt Jansen. Vielen Menschen sei nicht bewusst, dass der Handynutzer bei einem schlechten Empfang einer viel höheren Strahlung ausgesetzt sei, da das Gerät auf der Suche nach Empfang deutlich mehr strahle als bei gutem Empfang.

Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheidt ist überzeugt, dass sich in dem Ort in Sachen Mobilfunk etwas tun muss. Die Initiative von CDU und Grünen sei zu begrüßen, denn wenn der Strom ausfalle könne man mit dem normalen Telefon nicht mal einen Notruf absetzen. „Ein Großteil derer, die vor vielen Jahren den Sendemast im Kirchturm verhindert haben, sind mittlerweile einsichtig, dass eine stabile Mobilfunkverbindung unerlässlich ist“, sagt Scheidt.

(ag)
Mehr von Aachener Nachrichten