Roetgen: Geisterstunde bei Theateraufführung im Bürgersaal

Roetgen : Geisterstunde bei Theateraufführung im Bürgersaal

In einen Friedhof verwandelte sich die Bühne des Bürgersaals, als die Schüler der Klasse 3b dort ihr Theaterstück „Der Fluch der goldenen Maske“ aufführten. Der Saal war dunkel, es war Mitternacht. Eine Uhr schlug 13 Mal, und die Geisterstunde begann.

Vampire in blutroten Kostümen erhoben sich hinter Grabsteinen und schwebten mit Geistern durch die Dämmerung. Sie warteten auf die Hexen und Zauberer, mit denen sie gemeinsam einen alten Fluch brechen wollten, der auf einer goldenen Maske lag. Die allerdings lag seit 200 Jahren unberührt in einem Grab auf dem Roetgener Friedhof. Die schwarze Friedhofskatze hatte sie gemeinsam mit der weißen Friedhofseule freudig begrüßt, doch dann wurden die Vampire, Geister, Hexen und Zauberer immer wieder an der Ausführung ihrer Zeremonie gestört.

Versteckt im Gebüsch lagen vier Kinder, die nah am Friedhof wohnten und aus dem Fenster ihres Kinderzimmers den Geistertreff beobachtet hatten. Sie schlichen sich mutig aus dem Haus und sahen aus nächster Nähe die unglaublichsten Dinge. Auch eine Professorin in einem weißen Kittel, die auf der Suche nach schwarzen Nachtfaltern war, erschien auf dem Friedhof und schaute sich um. Dann mussten zum großen Ärgernis der Mumien, die auf dem Friedhof nur ihre Ruhe wünschten, auch noch Grabräuber erscheinen, die die goldene Maske ausbuddeln wollten. Nach zahlreichen Störungen mit viel Chaos auf dem Friedhof konnte der Fluch der goldenen Maske schließlich gebrochen und die Ruhe wiederhergestellt werden.

Werkstatt statt Unterricht

Geschrieben und geprobt wurde das Stück mit der aufregenden Handlung von allen 27 Kindern der Klasse 3b der Grundschule Roetgen im Rahmen des Programmes „Kultur und Schule NRW“ mit der Journalistin und Kulturpädagogin Ingrid Peinhardt-Franke. Ihr geht es um Persönlichkeitsförderung und die Erweiterung der kreativen und sozialen Kompetenzen der Kinder, die per Werkstatt statt Unterricht ein Ausprobieren und Experimentieren erlauben. Weiterhin geht es auch um ganzheitliche Wahrnehmung, Stärkung der Motivation und Organisationsfähigkeit sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, die große Lust auf immer mehr Kreativität und Selbstständigkeit macht.

Schulleiterin Susanne Bortot hatte nicht nur die Familien und Freunde der auftretenden Kinder, sondern auch die Kindergärten zu der Aufführung eingeladen. In einem vor allem mit Kindern gut gefüllten Bürgersaal spielten die 27 Kinder mit elterlicher Hilfe an der Ton- und Lichttechnik ihr Stück von dem nächtlichen Geisterdrama auf dem Friedhof. Viel Applaus begleitete die rund 45-minütige Darbietung. Bei aller Begeisterung blieb jedoch bei den Zuschauern eine gewisse Skepsis. „Es war schön“, meinte die siebenjährige Lisa, „es war gut ausgedacht.“ Ein wenig härter formulierte Tim, 5 Jahre: „Geister auf dem Friedhof gibt es gar nicht, und darum hatte ich kein bisschen Angst. Ich habe aber viel gelacht.“

(kfr)
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