Für Monschau und Simmerath gibt es nur eine Deutsche-Post-Filiale

Weite Wege zur Postfiliale: Beim Problem Paketabholung kein Ende in Sicht

Postkunden aus der Stadt Monschau müssen nach Simmerath fahren, um Pakete aus der nächsten Filiale abzuholen – ein langer Weg. Die Deutsche Post/DHL bekundet, eine Lösung in Imgenbroich zu suchen.

Onlineshopping boomt. Doch wer in der Nordeifel ein Paket bestellt, aber nicht zu Hause ist, um es selbst anzunehmen, der muss manchmal ganz schön weite Wege auf sich nehmen. Nachdem in Imgenbroich im vergangenen Jahr die Poststelle im Ortszentrum geschlossen hat, müssen die Kunden aus dem Stadtgebiet Monschau nun nach Simmerath fahren, um ihre Pakete bei Bürobedarf Kogel an der Hauptstraße abzuholen.

„Es gibt im Moment nur uns als Paketshop für Monschau. Das ist ein enormer Mehraufwand. Da müssen die Kunden leider auch mal warten“, sagt Inhaber Udo Kogel – gerade zwischen November und Januar, der Zeit, in der die meisten Pakete verschickt werden würden.

Darauf einstellen, dass er und sein Team plötzlich für zwei Kommunen verantwortlich sind, konnte er sich nicht. „Am 30. Oktober kam um 16 Uhr eine E-Mail von DHL, dass man keinen Partner für Imgenbroich gefunden habe und wir ab dem nächsten Tag erst mal übernehmen müssten“, sagt er.

Das sei zwar als Übergangslösung gedacht gewesen, doch mittlerweile zweifle er daran, dass die Post ernsthaft nach einer Lösung suche. „Ich habe das Gefühl, die wollen so lange warten, bis sich alle einfach daran gewöhnt haben“, sagt Kogel. Die Deutsche Post DHL Group beteuert indes, man suche nach einem neuen Partner und einer Räumlichkeit in Imgenbroich.

„Grundsätzlich sollte es in jedem Ort dieser Größe eine Filiale geben, bei der unsere Kunden ihre Pakete abholen und auch abgeben können“, sagt dazu Achim Gahr, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group, auf Nachfrage. Man müsse jedoch einen Partner finden, der logistisch dazu in der Lage sei, also den Platz habe, Pakete zu verwahren. Solange bliebe für die Monschauer vorerst lediglich die Packstation oder der Weg nach Simmerath. Das bedauere DHL, erläutert Gahr. „Man kann alternativ aber auch einen Wunschnachbarn angeben, bei dem die Lieferung abgegeben werden soll“, sagt er.

Wer kein Auto hat ...

Doch gerade für ältere Menschen oder jene, die kein Auto haben, ist der Weg vom Stadtgebiet Monschau nach Simmerath ein Problem. Entweder sie haben einen netten Nachbarn oder es bleibt als Alternative die Packstation am Real-Markt in Imgenbroich. Um sich seine Pakete von vornherein dorthin liefern zu lassen, muss muss man sich als Kunde jedoch im Internet auf der Seite www.packstation.de anmelden. Man erhält daraufhin eine Kundenkarte und eine sogenannte Post-Pin. Der Empfänger kann dann bei jeder Bestellung bestimmen, an welchen Automaten er sein Paket liefern lassen möchte.

Sobald das Paket an der Station angekommen ist, wird er per SMS oder E-Mail benachrichtigt. Bedient wird die Packstation ähnlich wie ein Geldautomat: Erst führt der Empfänger die Kundenkarte ein, dann gibt er die Pin ein. Daraufhin öffnet sich ein Fach, und das Paket kann herausgenommen werden. Pakete zu verschicken, funktioniert an der Station sogar ohne Registrierung, falls eine DHL-Paketmarke daran befestigt ist. Mit EC- oder Geldkarte kann man die Sendung dann am Automaten bezahlen.

24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche ist der Paketautomat zugänglich. DHL wirbt damit, dass es vor allem für Berufstätige praktisch sei, bestellte Pakete direkt dorthin liefern zu lassen. Auch unter Umweltaspekten soll die Station gegenüber den herkömmlichen Filialen Vorteile haben. Denn je weniger Lieferwagen herumfahren, desto mehr CO2 wird eingespart. Das wiederum senkt die Feinstaubbelastung. Zusätzlich würden Wegstrecken von Kunden bei der Abholung ihrer Sendungen entfallen, da viele Packstationen auf einer bereits geplanten Strecke, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen lägen, so DHL.

Im Moment bleibt zumindest den Einwohnern aus ganz Monschau keine andere Wahl, als den Automaten in Imgenbroich zu nutzen – oder sich auf den Weg nach Simmerath zu machen. Wann sich das ändert, bleibt abzuwarten.

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