Frühjahrstagung der Heimat- und Geschichtsvereine im Monschauer Land

Treffen der Arbeitsgemeinschaft : Frühjahrstagung der Heimat- und Geschichtsvereine

Die Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine des Monschauer Landes hielt ihre Frühjahrstagung diesmal in Woffelsbach ab.

Heimatfreund Walter Lauscher gestaltete einen Rundgang durch die neue Woffelsbacher Mitte, erläuterte die Entwicklung des Ortes und ergänzte dies mit Bildern aus der Zeit vor der Aufstockung des Rursees. Höhepunkt des Rundgangs war die Besichtigung eines privaten restaurierten alten Eifelhauses mit vielen Erinnerungsstücken aus einem bescheidenen bäuerlichen Leben des vorigen Jahrhunderts.

Im Haus der Rurseeklänge eröffnete der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine des Monschauer Landes, Manfred Huppertz, die eigentliche Tagung. Peter Hürtgen, aktiver Woffelsbacher Musiker und langjähriger Dirigent von Melano Steckenborn, erläuterte, wie es dazu kam, dass der Musikverein Woffelsbach das ehemalige Gasthaus in ein vereinseigenes Domizil überführen konnte. Hier finden neben den musikalischen Proben und Festen auch die übrigen Dorffeste mit zunehmender Beliebtheit statt.

Anschließend berichtete Bruno Nellessen, Präsident des Karnevalsvereins Kiescheflitscher Rurberg-Woffelsbach und Vorsitzender des gastgebenden Heimatvereins Rurberg-Woffelsbach über die Aktivitäten seines Vereins. Als Gastgeschenk erhielten alle anwesenden Vereine je ein Exemplar des Buches Dorfchronik Rurberg-Woffelsbach.

Rainer Hülsheger vom Heimatverein Rott hielt ein Kurzreferat mit der Frage nach Zeitzeugen der Eifelfahrten von Adolf Hitler in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Hülsheger wiederholte seine Bitte an alle Teilnehmer, Wissen, Texte und Erinnerungen zu sammeln und über Manfred Huppertz ihm zur Verwendung zuzuleiten. Besonderer Aspekt soll sein: Wie reagierte die Bevölkerung?

Zur Einstimmung auf die gemeinsame Arbeit der Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945 im Monschauer Land“ wurde ein Film mit dem Titel „Fremde Heimat – Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945“ gezeigt. Der halbstündige Film beleuchtete die Flüchtlingsschicksale nach 1945 aus den ostdeutschen Gebieten, Pommern, Ostpreußen, Sudeten, Böhmen aber auch aus Serbien, Donauschwaben und Siebenbürgen. Danach stellte Manfred Huppertz den Entwurf der Dokumentation „Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945 im Monschauer Land“ vor, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Von den damaligen 12 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen war auch eine große Anzahl dem Monschauer Land zugeteilt worden.

Bei der Auswertung der Zeitzeugenaussagen aus dem hiesigen Bereich war dabei bemerkenswert, dass die Ablehnung der Ankömmlinge im Gegensatz zu anderen Regionen wie Schleswig-Holstein oder Bayern sich im Monschauer Land in Grenzen gehaltenhätte.

AG-Leiter Manfred Huppertz hatte die von den einzelnen Vereinen abgelieferten schriftlichen Beiträge über Flüchtlingsschicksale sortiert, bewertet und zu einer informativen Dokumentation zusammengestellt. Diese Dokumentation soll im Herbst herausgegeben werden.

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