Fronleichnam in Monschau – eine neue Initiative

Sinn des Festes bewusst machen : Fronleichnam in Monschau – eine neue Initiative

Viele kirchliche Ereignisse und Feste treten in ihrer Bedeutung für die Allgemeinheit immer mehr zurück. Dass dies auch für das „normale“ Leben in einer Kommune und in einer Stadt ein Verlust ist, wird freilich immer mehr bemerkt.

So ist jetzt in Monschau eine bemerkenswerte Initiative entstanden, um die Fronleichnamsprozession wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Diese Initiative ging von einer Gruppe Monschauer Bürger aus, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, in der diesjährigen Fronleichnamsprozession am Donnerstag, 20. Juni, den Anschluss zu finden an die früheren Formen dieses Festes. Gerade Fronleichnam war in den vergangenen Jahrhunderten so etwas wie ein Markenzeichen der katholischen Kirche gewesen. Dadurch, dass im Laufe der Veränderungen der letzten Jahre nicht mehr in jeder Gemeinde eine Prozession möglich schien, war in der GdG Monschau vereinbart worden, dieses Fest jeweils abwechselnd in den verschiedenen Gemeinden zu feiern. So wird auch in der Altstadt Monschau nur alle drei Jahre die Prozession durchgeführt. Dass dabei aber Sinn und Bedeutung des Festes immer unklarer und blasser werden musste, war absehbar.

Nun waren einige Monschauer Bürger, wie erwähnt, mit diesem Zustand nicht zufrieden. Die „Monev – Monschauer Event gUG“ unter der Federführung von Rolf Kaulard und Bernd Maaßen gingen auf die Pfarrgemeinde zu, um für dieses Jahr das Fronleichnamsfest neu zu strukturieren. Es ging ihnen dabei nicht allein um das „Event“, sondern hauptsächlich darum, dass der ursprüngliche Sinn des Festes wieder bewusst werden sollte. Und der liegt darin, wie es in dem Flyer und dem Plakat zum Fest heißt, „unseren Glauben zu zeigen“ und das Zentrum des Glaubens, die Anwesenheit des Göttlichen im Zeichen des Brotes, in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Bei der Pfarrgemeinde fand man mit dem Anliegen sofort „offene Türen“ vor. Pastor Karl Schnitzler und Gemeindereferentin Monika Breuer nahmen sich der Sache an und arbeiteten ein Konzept aus. Als Zeitzeuge steuerte Walter Brandenburg Erinnerungen und Dokumente zu dem, „wie es früher war“, bei. Besonders bemerkenswert ist aber, dass auch die evangelische Kirchengemeinde und insbesondere Pfarrer Jens-Peter Bentzin sofort mitzogen. Und dies obwohl ja in früheren Zeiten gerade das Fronleichnamsfest zu den besonderen Unterscheidungsmerkmalen zwischen den Konfessionen gehört hatte. Pfarrer Bentzin sieht aber das Miteinander zwischen Katholiken und Protestanten gerade in Monschau außerordentlich positiv. Beim Pressegespräch zeigten sich auch Beate Zehnpfennig vom Pfarreirat der Pfarre Mariä Geburt und Ortsvorsteher Georg Kaulen von der neuen Initiative sehr beeindruckt.

So wird denn also am 20. Juni das Fronleichnamsfest mit der Heiligen Messe um 10 Uhr in der Aukirche und der anschließenden „traditionellen Prozession“ durch die Altstadt seinen Verlauf nehmen. Nach zwei Andachten auf den Stationen am Maria-Hilf-Stift und an der evangelischen Stadtkirche wird die Prozession mit einer Open-Air-Andacht im Sinne einer öffentlichen Agape-Feie“ auf dem Marktplatz zu Ende gehen. Anschließend wird zum schon traditionellen Ökumenischen Pfarrfest im Aukloster eingeladen.

(js)
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