Freundeskreis hilft seit 15 Jahren „in der Region – für die Region“

Rotary-Club Monschau-Nordeifel : Ein kleiner Club, der Großes leistet

Bereits 1905 gründete sich der erste Rotary-Club in Chicago, 1927 folgte der erste Club in Deutschland, und seit 2004 ist auch das Monschauer Land kein weißer Fleck mehr auf der Weltkarte der Rotarier. In diesem Jahr feiert der Rotary-Club Monschau-Nordeifel bereits seinen 15. Geburtstag und zog nun ein wenig Bilanz. Rund 300.000 Euro hat der kleine Verein in dieser Zeit für wohltätige Zwecke erwirtschaftet.

„Wir sind ein Freundschaftsclub, im Prinzip eine etwas größere Clique“, sagt Präsidentin Claudia Mayer, deren einjährige Amtszeit turnusgemäß am 1. Juli endet. 38 Mitglieder, gut ein Drittel davon Frauen, zählt der Club aktuell, die Altersspanne reicht von 36 Jahren bis über 70. Ähnlich breit gefächert sind die Berufe, denen die Rotarier nachgehen: vom Handwerker und Hotelier über das Baugewerbe, IT-Experten und Lehrer bis hin zu Ärzten, Juristen, Privatiers und Professoren. „Wir brauchen unterschiedliche Berufe, Kompetenzen, Sachverstand und Netzwerke, damit wir unsere Projekte stemmen können“, sagt Claudia Mayer, und Schatzmeister Willi Braun ergänzt: „Der Erfolg gelingt nur, weil wir vielfältig sind – und Freunde sind.“

Der Rotary-Club Monschau-Nordeifel trifft sich jede Woche montags im Restaurant Fringshaus und pflegt dort neben der Geselligkeit auch die Vereinsaktivitäten. „Freundschaften muss man pflegen“, sagt Mayer und spricht auch von „Gleichgesinnten“, von Menschen, die sozial eingestellt seien. Mit dieser Grundeinstellung sei man auch politisch, außerdem urdemokratisch und europäisch – „aber nicht parteipolitisch“, schränkt Claudia Mayer ausdrücklich ein. Deshalb stoßen neue Mitglieder – so wie diesen Monat – auch nur hinzu, „wenn es passt“. Schließlich muss sich jeder in die Clubarbeit einbringen, ganz besonders in die großen Projekte.

Claudia Mayer aus Mützenich (Mitte) ist noch bis Monatsende Präsidentin des Rotary-Clubs Monschau-Nordeifel. Sie berichtete nun gemeinsam mit Jacqueline Huppertz, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, und Schatzmeister Willi Braun über die Arbeit des Vereins. Foto: Heiner Schepp

„Unsere größten Clubveranstaltungen sind im jährlichen Wechsel ein Benefiz-Konzert mit der Musikhochschule Köln und eine zweitägige Oldtimerrallye mit Start und Ziel in der historischen Stadt Monschau“, erzählt Jacqueline Huppertz aus Mützenich, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Beide Veranstaltungen werden nahezu ausschließlich durch den Einsatz der Mitglieder und ihrer Angehörigen verwirklicht. „Da trägt jeder etwas bei und macht mit – ob bei der Planung, beim Aufbau oder beim Kuchenbacken und beim Verkauf in der Cafeteria“, berichtet Willi Braun. Auch die Suche nach Sponsoren ist eine wichtige Aufgabe bei der Vorbereitung der Großveranstaltungen, „denn nur mit den Erlösen können wir unsere zahlreichen Projekte umsetzen“, sagt die Präsidentin.

Die sozialen Projekte sind weit gestreut, der Schwerpunkt liegt aber auf der Kinder- und Jugendarbeit. Schulen, Kindergärten und die Jugendarbeit in den Vereinen verschiedenster Sparten wurden ebenso schon finanziell unterstützt wie das Kinder- und Jugendhospiz der Region Aachen, die sehr gleich gesinnte Initiative „Running for Kids“ von Peter Borsdorff oder einzelne Familien in Notlagen. Was oder wer von den Rotariern unterstützt wird, bespricht man bei den wöchentlichen Treffen und findet dann fast immer Konsens. „Eine Bedürftigkeitsprüfung gibt es nicht. Wir helfen auf Vertrauensbasis und völlig unbürokratisch“, erklärt Claudia Mayer. Auch im Jugenddienst ist der RC Monschau-Nordeifel aktiv. „In jedem Schuljahr vermitteln wir drei bis vier Schülern und Schülerinnen aus unserer Region einen einjährigen Aufenthalt im Ausland und betreuen im Gegenzug eine entsprechende Zahl ausländischer Schüler und Schülerinnen hier bei uns. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf Südamerika“, erläutert die Präsidentin.

Auch wenn die Hilfe meist im direkten Lebensumfeld erfolgt („In der Region – für die Region“), schaut der gemeinnützige Verein auch über den Tellerrand hinaus, wenn ein Clubmitglied einen entsprechenden Vorschlag einbringt. So hat beispielsweise Clubmitglied Martin Krings über die Missionarsarbeit von Bruder Theo Call in Tansania berichtet und hat die Eifeler Rotarier begeistern können, dieses segensreiche Wirken des gebürtigen Konzeners auf dem schwarzen Kontinent zu unterstützen.

Apropos weltweit: Als größtes internationales Projekt haben sich die 1,3 Millionen Mitglieder in den 34.000 Clubs auf dem Erdball zum Ziel gesetzt, die Kinderkrankheit Poliomyelitis (spinale Kinderlähmung oder Heine-Medin-Krankheit) auszurotten. „End Polio now“ heißt das finanziell auch aus der Eifel unterstützte, ambitionierte Projekt. Es war auch Thema, als sich vergangene Woche Rotary-Clubmitglieder aller Länder zur einmal jährlichen Weltkonferenz der Rotarier (World Convention) in Hamburg trafen. Mit dabei war auch eine starke Delegation aus der Nordeifel, die dort gewissermaßen das kleine Jubiläum feierten.

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