Mützenich: Fremder fotografiert drei kleine Mädchen

Mützenich: Fremder fotografiert drei kleine Mädchen

Sie sind klein, niedlich, sechs bis sieben Jahre alt, haben blonde Locken und blaue Augen - und sie waren am Dienstagmittag offenbar Objekte einer Begierde.

Das Trio war auf dem Weg von der Grundschule nach Hause, und an der Bushaltestelle „Am Torfmoor”, dort, wo zurzeit viele bunte Blätter liegen, spielten die Mädchen mit dem Laub.

Einem schwarzen Auto, vermutlich einem VW-Golf neueren Datums mit AC-Kennzeichen, entstieg der Beifahrer, ging auf die Mädchen zu, blieb etwa im Abstand von zwei bis drei Metern vor ihren stehen und fragte in gebrochenem Deutsch „Darf Foto machen?”.

Obwohl die Mädchen alle verneinten, sich abwendeten oder zu Boden blickten, machte der Fremde einige Fotos von ihnen gegen ihren Willen, ging zum Fahrzeug zurück und winkte den dreien beim Wegfahren zu.

Sie berührt oder den Versuch dazu unternommen hat der Mann nicht, über den die Kinder zuhause aufgeregt ihren Müttern berichteten.

Eine der betroffenen Mütter sorgte dafür, dass noch am Dienstag Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizeiwache Simmerath erstattet wurde. Sie gab unserer Zeitung auch die Schilderung des Hergangs, und sie ist beunruhigt und befürchtet, dass dort Pädophile etwas im Schilde führen. Um kein Risiko einzugehen, werden die Kinder ab sofort mit dem Auto zur Schule gebracht und auch dort wieder abgeholt.

„Sehr nachvollziehbar”

Für Polizeisprecher Michael Houba ist „die Beunruhigung der Eltern sehr nachvollziehbar”. Es sei aber ausgesprochen schwierig, anhand der vorliegenden Schilderung eine realistische Gefährdungsabschätzung zu liefern.

Houba: „Ich warne deshalb vor Panik.” Wer Informationsbedarf habe, der könne den unter anderem auf der Internetseite der Aachener Polizei stillen. Dort gebe es spezielle Tipps für besorgte Eltern und für Lehrer in Fällen wie diesem.

Was die Ermittlungen nach den Männern und dem Fahrzeug betrifft, bietet die vorliegende Schilderung laut Houba „keinen erfolgversprechenden Ansatz”. Deshalb, so der Polizeisprecher, seien weitere Hinweise aus der Bevölkerung enorm wichtig. Wer irgendetwas beobachtet habe oder zur Klärung beitragen können, der solle sich an das zuständige Kriminalkommissariat in Stolberg, Telefon 02402-9577-33201, oder an jede andere Polizeidienststelle wenden.

Nicht Stunden warten

Wichtig sei es überdies, seine Beobachtungen möglichst schnell mitzuteilen und nicht erst Stunden abzuwarten. Dazu dürfe man getrost auch den Notruf 110 benutzen. Michael Houba: „Je schneller wir etwas erfahren, desto schneller sind wir an der Sache dran und desto größer sind unsere Erfolgschancen.”

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