Nordeifel: Freiwillige Handarbeit für Natur- und Artenschutz

Nordeifel: Freiwillige Handarbeit für Natur- und Artenschutz

Sie sind zwischen 16 und 68 Jahre alt, kommen aus Deutschland, Belgien und der Schweiz, und eines verbindet sie: ihre Liebe zur Natur.

Um diese Natur zu schützen, sind sie bereit, in Schul- und Semesterferien oder im Urlaub kräftig in die Hände zu spucken und noch richtige Handarbeit abzuliefern. In dieser Woche läuft dieses so genannte Bergwald-Projekt erstmals im Nationalpark Eifel.In der 1980-er Jahren in der Schweiz gegründet, arbeitet der gemeinnützige Verein seit den 1990-er Jahren auch in Deutschland, wie Projektleiterin Luisa Braun berichtet.

Vereinszweck ist die Erhaltung und Pflege des Waldes, insbesondere des Bergwaldes, und der Kulturlandschaften. Gearbeitet wird freiwillig an konkreten ökologischen Projekten, um den Zustand des Waldes zu verbessern und ihn als komplexes Ökosystem zu erhalten.

Im Nationalpark Eifel heißt das konkret: Das Bergwald-Projekt fördert die Entwicklung hin zu einem Buchen-Mischwald, indem am Kermeter junge Douglasien und Fichten entfernt werden. An den Grenzen des Nationalparks wird der Borkenkäferbefall auf angrenzende Wirtschaftswälder durch Entrindung unterbunden. Weiterer Effekt: Das entstehende Totholz wird im Wald belassen und bietet vielen Arten Nahrung und Unterschlupf.

Dritter Arbeitsschwerpunkt in dem einwöchigen Projekt ist die Pflege einer Feuchtwiese, auf der schweres Gerät nicht eingesetzt werden kann, weil es versinken würde. Also ist am Obersee auf dem Terrain in der Nähe des Schiffsanlegers Richtung Urftseemauer Handbetrieb angesagt.

Mit der Heugabel

Mit Motorsensen wird das Pfeifengras abgemäht und mit der guten alten Heugabel aus Holz abtransportiert. Damit die Feuchtwiese eine Feuchtwiese bleiben kann, werden ebenfalls per Handarbeit Büsche und kleinere Bäume entfernt. Somit bleibt diese Wiese als Lebensraum für seltene Heuschrecken- und Schmetterlingsarten erhalten.

Gerd Ahnert, stellvertretender Leiter des Nationalparks, ist ausgesprochen angetan vom bisherigen Verlauf dieser Premiere: „Für uns steht schon jetzt fest, dass wir das im nächsten Jahr wiederholen, eventuell sogar mehrere Projekte über mehrere Wochen.” Während man im überwiegenden Teil des Nationalparks „die Natur Natur sein lässt”, sind etwa 13 Prozent der 11000 Hektar so genannte Managementflächen, auf denen der Mensch zuweilen eingreifen muss, wie auf besagter Feuchtwiese.

Nutzen für beide

Die Zusammenarbeit mit dem Bergwald-Projekt ist für Gerd Ahnert von beiderseitigem Nutzen. Der Bergwald-Verein könne mit der Arbeit im Nationalpark Eifel für sich Werbung machen und dem Nationalpark werde „Handarbeit geliefert, wie man sie heute nicht mehr überall bekommt”.