Kommern: Freilichtmuseum Kommern blickt zurück in das aufregende Jahr 1968

Kommern : Freilichtmuseum Kommern blickt zurück in das aufregende Jahr 1968

Es war das Jahr der Studentenproteste und Bürgerrechtsbewegungen, während Heintje die Mütter bat, nicht um ihre Jungen zu weinen. Mehrwertsteuer und Notstandsgesetze wurden eingeführt, Quelle versandte erstmals Tiefkühlkost, und in den Kinos kam mit Uschi Glas das Schätzchen zur Sache. Am Wochenende 18. und 19. August erinnert die Traditionsveranstaltung „ZeitBlende 1968“ im Freilichtmuseum Kommern an das, was los war vor 50 Jahren.

Dafür, dass Erinnerungen an Lebensverhältnisse und Ereignisse im Jahr 1968 geweckt werden, sorgt wieder ein vielfältiges Programm mit Mitmachaktionen für kleine und große Gäste. Sie können im Tanzkurs Kasatschok üben und in der „Hippie-Zone“ batiken und Mandalas malen. Für Kinder gibt es einen eigenen Tanzkurs und historische Spiele. Hinter vereister Glasscheibe mit eingravierter Palme können sich die Gäste in bereitgestellten Kostümen räkeln, so wie einst die lüsternen Nonnen in der Werbung einer deutschen Cola-Marke, die damals für Furore sorgte.

Aber auch zum kräftigen Mitsingen von Hits der Zeit sind die Gäste eingeladen. Zeitzeugen werden von ihrer Teilnahme an den Studentenbewegungen berichten. „Aus dem Publikum formieren wir eine Demonstrantengruppe, die mit Parolen-Bannern durch die Veranstaltung zieht“, kündigt Dr. Michael H. Faber vom Freilichtmuseum an: „Das Polizei-Oldtimermuseum Marburg stellt sogar einen Wasserwerfer aus der Zeit zur Verfügung, der natürlich nicht zum Einsatz kommen wird.“

Korso durchs Gelände

Rund zweihundert Oldtimer werden erwartet, die 1968 im Straßenbild zu sehen waren. Nachmittags werden die alten Schätze im Korso durch das Freilichtmuseum fahren. Wieder gibt es auch den historischen Campingplatz, der von Jahr zu Jahr größer wird. Aber schon ab 12 Uhr und sonntags ab 11 Uhr geht es auf der großen Bühne bunt zu. Mit der politisch-gesellschaftlichen Satire-Tanzrevue „Treibt Bonn den Notstand aus“ starten Beate und Kai-Ingo Weule das Programm.

Samstagnachmittags folgen musikalische Leckerbissen: Marion La Marché und ihre „Buried Alive Blues Band“ widmen der Rock-Legende Janis Joplin eine Hommage, danach erinnert die „Sissi A.“ an die legendäre Band Creedence Clearwater Revival. Sonntags sind, nach dem Riesenerfolg auf der Zeitblende im letzten Jahr, nochmals „The Doors in Concert“ aus den Niederlanden zu erleben.

Auch das gastronomische Angebot entspricht dem Zeitgeschmack. Serviert wird, was damals auf den Speisekarten stand. Darüber hinaus gibt es Cocktail- und Milchbar, Muckefuck und selbst angesetzte Bowle in der Bauernküche und Schaschlik an der historischen Imbissbude. Die Veranstaltung findet am Samstag, 18. August, 12 bis ca. 21 Uhr und am Sonntag, 19. August, 11 bis ca. 19 Uhr statt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Ebenso für alle Gäste, die in zu 1968 passender Kleidung erscheinen.

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