Monschau: Frauenheld in spärlicher Kulisse

Monschau: Frauenheld in spärlicher Kulisse

Nur wenig war da, was den Torbau der Monschauer Burg verhüllt hätte. Zwei riesige Banner aus Gaze, auf denen in übergroßen Lettern die Worte „verletzen” und „verlangen” geschrieben standen, Noch ein Kronleuchter - und fertig war das Bühnenbild zur Mozart-Oper „Don Giovanni”, mit der das Ensemble der Kammeroper Köln am Samstag die „Monschau Klassik”-Festspiele” fortsetzte.

Das Gastspiel unter der Leitung von Daniel Kirchmann, wiederum begleitet von den Kölner Symphonikern, bereicherte die „Klassik” um einen neuen inszenatorischen Ansatz. Während einen Abend zuvor Puccinis Oper „La Bohéme” Leben und Tod in der Pariser Künstlerszene noch in einer Szenerie von ausgeprägtem Illusionscharakter über die Bühne gegangen war, fand dieser Mozart in einer bis aufs Äußerste reduzierten Kulisse statt. Der Lokalkolorit, das, was an Monschau durch und durch unverwechselbar ist (nämlich das Ambiente der Burg): Das brachte der „Don Giovanni” gerade durch das starke Zurücknehmen der Gestaltungselemente zur Geltung.

Das Publikum, wiederum ein Mix aus ansässigen wie zugereisten Musikfreunden, goutierte das sparsame Bühnenbild merklich - wobei als sicher gelten kann, dass die Klassikfreunde in erster Linie der Folge dieser asketischen Gestaltung zujubelten. Denn diese Art, Mozart zu spielen, war von der Art, die sich vor allem auf das Sängerische und das Schauspielerische der Darsteller verlässt. Was auch immer sie können: So kommt es am besten zu Geltung.

Die Künstler aus Köln enttäuschten ihr Publikum auch in dieser Hinsicht nicht - allen voran Emanuel Pichler in der Titelrolle, dessen Kostüm (getönte Sonnenbrille inbegriffen) mindestens so sehr schillerte wie seine Zeichnung der Figur, kraft der Stimme und des körperliche Ausdrucks.

Leporello (Wolf H. Latzel) steht ihm in kaum etwas nach, ebenso wenig Carsten Rupp als Massetto und Rob Pitcher in der Rolle des Don Ottavio. Die starke Persönlichkeiten jedoch sind - wie im Leben selbst - die Frauen.

Lisa Laccisaglia in der Rolle der Donna Elvira und Rebekka Maeder als Donna Anna lassen an dramatischer Leuchtkraft nichts zu wünschen übrig. Überraschend: die frische Stimme von Janine Kitzen (Zerlina), die inzwischen schon weit über ihre niederländische Heimatstadt Maastricht hinaus ein Star ist. Trotz seines kurzen Auftritts eindrucksvoll: Zoltan Brezocki mit mächtig dröhnendem Bass als Komtur.