Finanzielle Förderung für überbetriebliche Ausbildung im BGZ Simmerath

Finanzielle Förderung für überbetriebliche Ausbildung im BGZ : Lehrwerkstatt der Maler wird aufgemöbelt

Handwerk hat goldenen Boden, sagt eine alte Weisheit, und bereitet wird dieser goldene Boden in der Ausbildung. Einen wesentlichen Beitrag zur beruflichen Qualifizierung von Lehrlingen in der Region leistet dazu seit über 45 Jahren das Bildungszentrum Simmerath (BGZ) der Handwerkskammer Aachen.

Die BGZ-Idee genießt auch auf politischer Ebene hohe Wertschätzung, und so kommt das überbetriebliche Bildungszentrum, das für die Qualifizierung von Lehrlingen und Fachhandwerkern 180 Theorie- und 380 Werkstattplätze anbietet, auch regelmäßig in den Genuss staatlicher und stattlicher Förderung. Mit einem Förderbescheid in Höhe von 153.000 Euro in der Hand machte jetzt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, MdB Thomas Rachel (CDU), in der Simmerather Einrichtung seine Aufwartung. Im Kreise von Lehrlingen, Ausbildungsleitern und Vertretern der Handwerkskammer wurde der Bescheid ausgehändigt.

Aktuell fließen rund 255.000 Euro in die Aus- und Weiterbildung für die Berufssparte der Maler und Lackierer. Neben der Bundesförderung finanzieren das Land NRW und die Handwerkskammer je zur Hälfte die restlichen gut 100.000 Euro. Mit dem Geld wird vor allem die Malerwerkstatt im BGZ aufgewertet. Mobiliar, Werkzeuge, Maschinen sowie eine PC-Ausstattung wurden angeschafft. Aber auch die Straßenbauer kommen in den Genuss der Förderung. Für sie wurde ein neuer Minibagger angeschafft, der das vorhandene 25 Jahre alte Arbeitsgerät ersetzt.

Dieter Philipp, der Präsident der Handwerkskammer Aachen, freute sich über den Besuch des Bundestagsabgeordneten, den er als Wertschätzung für das Handwerk sah. Die Förderung trage wesentlich dazu bei, das Handwerk wettbewerbsfähig zu machen. Staatssekretär Thomas Rachel bezeichnete das Handwerk als „wichtige Grundlage für die Mitte der Gesellschaft“. Auf dem Arbeitsmarkt würden dringend Fachkräfte gesucht, und eine zentrale Einrichtung wie das BGZ leiste dazu einen wesentlichen Beitrag. Der Fachkräftemangel sei aktuell „ein ernstzunehmendes Thema, das sich auch als Wachstumsbremse auswirken kann.“

Im Malerberuf kann die Auszubildende Lena Kröner ihre kreativen Fähigkeiten zur Geltung bringen. Foto: Peter Stollenwerk

Rachel zeigte auch neue Wege für eine flexiblere Ausbildung auf. So soll in Zukunft die Möglichkeit einer Ausbildung in Teilzeit angeboten werden. Eine Herausforderung für die Betriebe, die laut Statistik mehr als 75 Prozent der Auszubildenden übernehmen würden, bestehe aber auch darin, mit Unterstützung des Bundes noch bestehende Defizite in der Digitalisierung der Handwerksbetriebe abzubauen. „Für die Ausbildung im Handwerk und damit für die Bildungszentren ist es absolut wichtig, auf dem neuesten Stand der Technik zu sein“, ergänzte Wilhelm Grafen, der Geschäftsführer für die Bildungszentren der Handwerkskammer Aachen. Dass dieses Ziel erreicht werde, sei vor allem dem Engagement der Ausbildungsmeister zu verdanken. Der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sah die Fördergelder als Aufwertung für den Standort Simmerath und auch als Wertschätzung für das Handwerk.

In der nun aufgemöbelten Lehrwerkstatt fühlt sich auch Lena Kröner wohl. Die 16-Jährige aus Obermaubach absolviert gerade ihr erstes Lehrjahr beim Malerbetrieb Eiche in Gürzenich. Zwar weiß sie noch nicht, wie der berufliche Weg nach der dreijährigen Ausbildung für sie weitergeht, aber momentan setzt sie alles daran, ihre Handwerkskünste zu verfeinern. Es ist die Ausnahme, dass junge Damen sich dem Malerberuf zuwenden, aber die Möglichkeiten der kreativen Gestaltung in diesem Beruf reizte Lena Kröner, zumal die Absolventin der Sekundarschule Nordeifel auf dem Zeugnis im Fach Kunst „immer eine Eins“ hatte. Besonders Tapezieren mit anspruchsvollen Materialien macht ihr Freude. Das wissen auch inzwischen Familie und Freunde, die ihre Dienste gerne in Anspruch nehmen.

(P.St.)
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