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„Fightback against Poverty“: Einmalige Aktion im Amateurfußball

„Fightback against Poverty“ : Die Welt ein bisschen besser machen

Sie haben schon in Ghana eine Stromrechnung bezahlt und in Bosnien Heu für eine Kuh gekauft, damit deren Milch ein krankes Mädchen versorgen kann. Vor gut einem Jahr gründeten der Vorsitzende des SV Rott, Andreas Schindler, und Rotts Ausnahmestürmer Avdo Iljazovic „Fightback against Poverty“.

Es sind bewegende Geschichten, die Andreas Schindler und Avdo Iljazovic im vergangenen Jahr erlebt haben. Die beiden Gründer der Hilfsorganisation „Fightback against Poverty“ haben große Reisestrapazen in Kauf genommen, um Menschen in Notsituationen zu helfen.

In Ghana haben sie beispielsweise Joy Amoah kennengelernt, die von ihrer beeindruckenden Lebensgeschichte berichtete und den beiden ihr Straßenkinderprojekt vorstellte. Schindler und Iljazovic waren sich schnell einig, dass sie dieses wichtige Projekt finanziell unterstützen werden. Umgehend beglichen sie die horrende Stromrechnung, so dass die Kinder und Amoah wieder mit Elektrizität versorgt werden konnten.

In Bosnien organisierten sie Heu für eine Kuh, damit eine Familie, deren Kind schwer erkrankt ist, weiterhin mit Milch versorgt werden kann. Zudem wurden Windeln und lebenswichtige Medikamente für Tochter Selma angeschafft. Die kleine Familie, die keinerlei Sozialhilfe erhält, hatte zuvor ihr ganzes Hab und Gut verkaufen müssen, um die Operation des Mädchens, das an Kinderlähmung und Epilepsie erkrankt ist, zu finanzieren. „Das sind knallharte Einzelschicksale. Die Leute gehen da vor die Hunde“, verdeutlicht Schindler, und Iljazovic ergänzt, dass sie mit Hilfe der Spendengelder auch dieser Familie weiterhin helfen wollen.

Vor gut einem Jahr gründeten der Vorsitzende des Fußball-Landesligisten SV Rott, Andreas Schindler, und Rotts Ausnahmestürmer Iljazovic „Fightback against Poverty“. Seitdem ist viel passiert, wie beide unisono berichten. „Wir hätten nicht erwartet, dass das so schnell wächst“, sagt Iljazovic, der täglich mehrere Stunden für die Hilfsorganisation im Einsatz ist. „Da fällt schon eine Menge Arbeit an, auch, weil wir durch unseren Social-Media-Auftritt sehr transparent sind und durch Videos und Fotos immer genau zeigen wollen, wo die Spendengelder hinfließen“, ergänzt der 29-Jährige.

Beeindruckt zeigen sich die beiden von der großen Spendenbereitschaft. Weitere Spieler des SV Rott sind dem Beispiel Iljazovics gefolgt und spenden ihr „Fußballergehalt“ ganz oder teilweise zugunsten notleidender Menschen. Zudem ziert das Logo von „Fightback against Poverty“ das Trikot der ersten Mannschaft. Schindler verdoppelt jeden gespendeten Euro seiner Jungs, eine wohl einmalige Aktion im Amateurfußball. „Darüber hinaus hat auch die erste Mannschaft von Germania Eicherscheid gesammelt und uns eine dreistellige Summe überreicht“, freut sich Iljazovic.

Der Schauspieler Edin Hasanovic wurde ebenfalls auf „Fightback against Poverty“ aufmerksam. Der 26-Jährige mit bosnischen Wurzeln spendete seine fünfstellige Gage, die er von der Modekette „H&M“ für einen Auftritt in Berlin erhalten hatte, ebenfalls der Hilfsorganisation. Zudem füllten die Einnahmen des Festivals „Rock in Rott“, das Ende August mit großem Erfolg über die Bühne ging, die Spendenkasse. Eine Fortsetzung des diesmal zweitägigen Festivals ist für das kommende Jahr geplant (30./ 31. August).

Mittlerweile ist eine niedrige sechsstellige Summe zusammengekommen. „Unser Ziel ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, unterstreicht Schindler. „Wir möchten uns mit anderen Organisationen zusammenschließen, um weiter zu wachsen“, schildert Iljazovic die Vision für die Zukunft. „Jeder kann eine Kleinigkeit dazu beitragen, um die Welt ein bisschen besser zu machen“, hofft Schindler auf weitere Unterstützer.

Weitere Infos unter: https://fbap.de/