Große Erleichterung: Feuerwerk bei Rursee in Flammen fesselt auch auf Sparflamme

Große Erleichterung : Feuerwerk bei Rursee in Flammen fesselt auch auf Sparflamme

Die Entscheidung fiel um Mittag: „Das Feuerwerk heute Abend kann stattfinden! Die Wetterlage lässt es zu, dass die Gefahrenstufe erneut abgestuft werden konnte. Somit können alle beteiligten Ordnungsbehörden und zuständigen Sicherheitskräfte ihre Zustimmung erteilen.“

Was die Facebookseite von Rursee in Flammen am frühen Samstagnachmittag verbreitete und Cheforganisator Sander Lutterbach per Mikrofon am Seeufer verkündete, sorgte beim Veranstalter und bei den Besuchern des größten Volkfestes der Nordeifel für immense Erleichterung.

Denn die noch am Donnerstag auf das Maximum angehobene Waldbrandgefahrenstufe hatte die Austragung des Feuerspektakels zwischen Haupt- und Obersee ernsthaft gefährdet. „Das Feuerwerk ist das, was dieses Fest seit über 60 Jahren ausmacht“, so Lutterbach, der selbst ehrenamtlich bei der Feuerwehr seines Heimatortes aktiv ist und genau um den Gefährdungsgrad wusste.

Ein kräftiger Regenschauer am Donnerstag, ein paar Tropfen am Freitag und ein bisschen Nass bei weniger Sonne vor Festbeginn am Samstagvormittag ließen aber die Zweifel weichen, so dass das Feuerwerk pünktlich um 23 Uhr mit kräftigen Böllerschlägen eröffnet werden konnte.

Elf statt 16 Minuten

Nur erfahrenen Rurseefest-Besuchern und solchen, die auf die Uhr schauten, dürfte aufgefallen sein, dass das Feuerwerk ein wenig kürzer war als sonst: Denn nach genau elf Minuten war das Himmelsspektakel, das eigentlich für 16 Minuten komponiert worden war, vorbei. „Wir haben das Feuerwerk wegen der derzeit besonderen Gefahrenlage gemeinsam mit unserem Pyrotechniker Thomas Schmiedeknecht und in enger Abstimmung mit der Feuerwehr Simmerath und dem Ordnungsamt angepasst“, verriet Sander Lutterbach am Sonntag.

Der Abbrennort auf dem Paulushofdamm wurde ein wenig vom Wald in Richtung Kiosk verschoben, die Wasserfontänen der Feuerwehr noch dazwischen geschoben, und einige Elemente der Feuershow wurden herausgenommen. „Es ging vor allem um die länger nachglühenden Feuerwerkskörper, die wir nicht riskieren wollten“, meinte der Organisationsleiter und dankte ausdrücklich den Erkelenzer Feuerwerkern, die ihren Lichterzauber schon im achten Jahr in Folge in Rurberg zeigten.

Ihre Show, die vor allem goldene, rote und blaue Lichter am Himmel zündete, und die mit den sogenannten Augenpausen immer wieder den Aha-Effekt für das nächste Bild erhöhte, erntete genauso viele „Aaaaahs“, „Oooohs“ und so viel Schlussbeifall wie sonst auch.

Tausende Besucher verfolgten das Spektakel vom Seeufer, Grimmischall und von der Promenade aus; die besten Plätze aber hatten sicherlich jene, die es sich direkt oberhalb vom Wasser, in den flach abfallenden Hängen und Böschungen mit Decke, Picknick und kühlen Getränken gemütlich gemacht hatten. Der recht niedrige Pegel gab noch mehr hier Campierenden Platz zum Chillen und Staunen als in den Vorjahren.

Und nicht nur hier entstand der Eindruck rekordverdächtiger Besucherzahlen — die Sander Lutterbach dann am Sonntag nach dem ersten Bilanzgespräch mit der Polizei zumindest vorläufig offiziell bestätigte: „Mit Blick auf verkaufte Eintrittsbändchen, Parkplatzsituation und Erfahrungswerte sowie nach den Beobachtungen von Polizei und von uns gehen wir heute von 41.500 Besuchern im Veranstaltungsbereich und außerhalb davon aus“, berichtete Lutterbach. Da auch der Freitag infolge des prominent besetzten Rursee-Rocks mit Kasalla besuchermäßig höher lag als 2017, gehe man von einer Gesamtbesucherzahl von über 50.000 für vier Tage Rurseefest aus, so der Organisationsleiter.

„Dass bei solchen Zahlen die Polizei von keinen nennenswerten Zwischenfällen berichtete und auch die Rettungsdienste einen entspannten Tag erlebten, ist umso schöner“, bilanzierte Lutterbach und fügte hinzu: „Wir alle hier im Orgateam bekommen das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht und sehen einjährige Vorbereitungsarbeit belohnt!“

Kinderparadies und Markt

Das mit großem Aufwand erstellte Programm am Samstag lief ab wie am Schnürchen. Die Bands Don‘t Stop, Kontrollverlust und For Example machten mächtig viel Betrieb auf den Bühnen am Golfplatz und am Antoniushof, und die jüngsten Besucher hatten mächtig Spaß im Kinderparadies, einem XXL-Hüpfburg-Spielplatz.

Knapp 130 Marktbeschicker machten bei der Besucherwelle, die es spätestens am frühen Abend eng werden ließ, gute Geschäfte. Allerdings galt hier eher der Grundsatz Masse statt Klasse, und man musste aus der Menge heraus schon genau hinschauen, um durchaus Schönes und Kunstvolles von Ramsch und Billigkram zu unterscheiden.

Genau hinschauen musste auch die Jury der Crazyboats-Parade, die schließlich unter sieben originellen Startern den witzigen Wasserläufer von Peter Weimbs überlegen zum Sieger kürte. Etwas verkürzt werden musste die Reihe der Helikopterflüge über dem Rurseefest. „Wegen Thermik und Technik möchten wir nichts riskieren“, meinte Pilot Joschka Christner nach 36 Flügen an diesem sommerlichen, aber windigen Samstag. Auch hier galt, wie beim Feuerwerk: Sicherheit geht vor!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rursee in Flammen lockt bei Musik und Feuerwerk Zehntausende an

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