Simmerath: Feuerwehr bezieht in Aktionswoche Stellung

Simmerath : Feuerwehr bezieht in Aktionswoche Stellung

Im Rahmen der „Aktionswoche der Feuerwehren“ besuchte Landtagsabgeordneter Stefan Kämmerling (SPD) das Katastrophenschutz-Zentrum der Städteregion Aachen in Simmerath.

Es kamen dort Vertreter der Feuerwehren, Kreisbrandmeister Bernd Hollands, sein Stellvertreter Jürgen Förster, Hollands‘ Nachfolger ab Oktober, Thomas Sprank, und Gregor Jansen, Dezernent der Städteregion Aachen, zusammen. Kreisbrandmeister Bernd Hollands informierte über die Idee zu einer eigenen Ausbildungsstätte für die jeweiligen Regierungsbezirke in NRW. Zurzeit gebe es lediglich eine Ausbildungsstätte in Münster.

Änderungspläne bei der Landesbauordnung waren weiteres Thema. Dass es erleichtert werden soll, bei Neubauten Holz als Baumaterial zu verwenden, stoße, laut Hollands, bei der Feuerwehr auf Kritik: „Gerade der Treppenraum wird durch das Holz geschwächt.“ Die bisherige, massivere Bauweise sei im Fall eines Brandes deutlich sicherer.

„Die Treppe ist ein wichtiger Fluchtweg und muss daher möglichst lange rauchfrei bleiben.“. Auch das Thema Brandschutz im geplanten Gesetz wurde seitens Hollands‘ kritisiert. Das bisherige Vier-Augen-Prinzip, bei dem ein Sachverständiger die Einhaltung des Brandschutzes bei Neubauten kontrolliert, soll wegfallen. Da der Brandschutz jedoch kein Teil des Architekten-Grundstudiums sei, wäre diese bisherige Regelung besonders wichtig.

Die Themen „Löschwasserversorgung vor Ort“ und „Ölspuren im Straßenverkehr“ wurden kurz besprochen.

Abschließend erkundigte sich Stefan Kämmerling, inwieweit die Feuerwehr in der Region auf einen möglichen Katastrophenfall im Atomkraftwerk Tihange vorbereitet sei. Die Feuerwehr habe bei Übungen bereits vor drei Jahren das Thema Tihange aufgenommen, sagte Hollands, und sei für den Ernstfall gut vorbereitet. Er sprach jedoch auch die Eigenverantwortung der Bevölkerung an.

Eine gute Aufklärung sei wichtig, damit die Menschen wüssten, wohin sie sich wenden könnten. Momentan werde ein flächendeckendes Sirenensystem wieder aufgebaut sowie die Feuerwachen mit Notstromaggregaten ausgestattet. „Es ist wichtig, dass die Bevölkerung die Sirenentöne kennenlernt, und dass auch Kinder bereits darüber aufgeklärt werden, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen.

Auch eine Vorratshaltung mit Wasser und Nahrung ist sinnvoll.“ Wichtig sei es jedoch auch, so Hollands, keine Panikmache zu betreiben: „Andere Katastrophenfälle sind deutlich wahrscheinlicher.“

(CJK)
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