Rollesbroich: Falsches Klopfen wird bestraft

Rollesbroich: Falsches Klopfen wird bestraft

Betritt man donnerstags die Kneipe „Bierbaum” in Simmerath, wird man dort alle zwei Wochen neun Männer aus Rollesbroich mit einem sehr außergewöhnlichen Hobby antreffen.

Als Außenstehender dürfte man wohl ein wenig irritiert sein, denn diese Männer sitzen mit überkreuzten Armen um einen Tisch herum versammelt und scheinbar wild, aber doch in einer gewissen Reihenfolge schlagen sie nacheinander mit den Händen auf den Tisch. Man wird sich fragen: „Was machen die da eigentlich?”. Doch die Antwort auf diese Frage ist eigentlich ganz schnell gefunden: Sie „klopfen”.

Um dem Laien einmal kurz zu erklären, worum es bei dem Spiel geht, vermag es nur weniger Worte: Man sitzt mit einer Gruppe um einen Tisch und überkreuzt seine Arme. Dabei kreuzen sich auch noch einmal die Arme mit denen der direkten Sitznachbarn. Es wird nun ein Klopfzeichen in der Runde weitergegeben. Dies klingt soweit ja noch ganz logisch und einfach, doch kann der Klopfer, der an der Reihe ist, auch zwei mal hintereinander klopfen und das Klopfsignal wird in die Richtung weitergegeben, aus der es herkam.

Der Rollesbroicher Klopferclub hat in diesem Jahr auch noch Grund zum Feiern. Bereits seit 20 Jahren treffen sie sich regelmäßig, um ihrem Hobby nachzugehen.

Angefangen hat alles im Jahr 1990 als ein Freund nach einem Skiurlaub in Österreich dieses dort verbreitete Hüttenspiel mit nach Rollesbroich brachte. Nach einigen Jahren in der ehemaligen „Dorfschenke” in Rollesbroich verbringt man nun die regelmäßigen Klopferabende in Simmerath im Bierbaum.

Jedes Jahr am Anfang Mai werden seit den Anfängen die drei besten und der schlechteste Klopfer geehrt, denn natürlich muss für jedes „Falschklopfen” eine Strafgebühr bezahlt werden. Von den gesammelten Strafgebühren wird dann eine Klopfertour gemacht. Im Jubiläumsjahr geht es dann für die Männer nach München zum Oktoberfest, denn ein solcher Anlass muss ausgiebig gefeiert werden.

So scheint es noch lange kein Ende zu nehmen mit der Klopferkarriere dieser neun Männer, die die nächsten 20 Jahre fest im Blick haben.

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