Faire Preise für Ware aus Entwicklungsländern und Bildungsarbeit

Weltladen Mützenich zieht Bilanz : Seit drei Jahrzehnten für die „Dritte Welt“ aktiv

Der Weltladen in Mützenich hat seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Immer wieder ist dieser Jahresrückblick Anlass inne zuhalten, um das Geleistete zu vergegenwärtigen und zu überlegen, wie es weitergehen kann.

Vor mehr als dreißig Jahren hatte alles begonnen. In der Pfarrgemeinde in Mützenich gab es einige Menschen, die die Lage der – damals so genannten – „Dritten Welt“ nicht mehr in Ruhe ließ. Man griff die Idee der „Dritte-Welt-Läden“ auf, Waren aus den Entwicklungsländern zu fairen Preisen anzubieten und dadurch die Produzenten vor Ort zu unterstützen.

Nach den ersten Jahren ergab sich die Chance, einige Räumlichkeiten im Haus des Kindergartens zu nutzen, die von der Stadt Monschau kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Dort bauten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach und nach einen sehr geschmackvollen Kaufladen auf, der seitdem und bis heute im Monschauer Land die Anlaufstelle für alle Menschen ist, die sich der Weltproblematik bewusst sind.

Durch den Verkauf fair gehandelter Produkte – Lebensmittel und kunstgewerbliche Artikel aus aller Welt – hat der Mützenicher Laden die Möglichkeit, aus den Erträgen unterschiedlichste Entwicklungsprojekte in den betreffenden Ländern zu unterstützen, so in einigen Ländern Lateinamerikas, Indonesien und Tansania. Darüber hinaus leistet der Laden auch Bildungs- und Informationsarbeit.

Auch wenn der Rückblick bei der Jahreshauptversammlung durchaus einen gewissen – und berechtigten – Stolz auf das Geleistete durchblicken ließ, so sind doch die Sorgen im Blick auf die Zukunft nicht gering. So ist die geographische Lage des Ladens für potentielle Kunden nicht gerade günstig. Und immer wieder fehlt es an engagierten jüngeren Menschen, die das Anliegen des Ladens weitertragen können. Der engere Vorstand des Vereins, welcher den Laden trägt, ist zum Teil schon seit Beginn der Aktivitäten dabei.

Der Elan und die Begeisterung sind dabei freilich ungebrochen. Das zeigte sich unter anderem daran, dass der Verlust, der im Geschäftsjahr 2017 zu verzeichnen war, im Jahre 2018 wieder wettgemacht werden konnte. So konnten neben den weiterhin geförderten Projekten in Brasilien, El Salvador und Tansania zwei neue, nämlich in Bolivien und noch einmal Tansania, in die Liste aufgenommen werden. Diese insgesamt fünf Projekte erhalten aus dem Erlös des Weltladens für 2018 jeweils 400 Euro.

Die Mitgliederversammlung sprach dem Vorstand des Vereins ihr vollstes Vertrauen aus. Das zeigte sich auch darin, dass Eva Stryczek als Vorsitzende, Henry Schütt als 2. Vorsitzender und Geschäftsführer sowie Inge Theißen als Schatzmeisterin wiedergewählt wurden. Diese drei Aktivposten des Weltladens nahmen die Wahl an, allerdings teilweise mit dem Vorbehalt, nach Ablauf dieser Wahlperiode Platz machen zu wollen für jüngere Kräfte.

(js)
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