Rott: Eupener Förster und Vorarbeiter zu Gast bei Roetgener Kollegen

Rott : Eupener Förster und Vorarbeiter zu Gast bei Roetgener Kollegen

Ostbelgien und die Nordeifel sind seit Jahrhunderten durch die gemeinsame Geschichte verbunden. Aber auch durch die deutsch-belgischen Waldgebiete sind die zwei Regionen miteinander verflochten. Mit der Gemeinde Roetgen arbeitet das Forstamt der Stadt Eupen seit 33 Jahren eng zusammen.

Jetzt kam es zum ersten offiziellen Treffen der Mitarbeiter. Die knapp 20 Förster und Vorarbeiter versammelten sich nach einem kurzen Treffen im Roetgener Rathaus in einem Waldstück bei Rott. Ziel des Ausfluges war, dass die Eupener Förster sich mit dem Roetgener Forstamt austauschen können.

Der Roetgener Gemeindeförster Wolfgang Klubert richtete sich zunächst mit ein paar allgemeinen Informationen an seine Gäste: Der Startpunkt der Exkursion in Rott liege auf etwa 320 Metern Höhe. Der tiefste Punkt des Waldes sei in Mulartshütte und das höchstgelegene Waldstück bei Fringshaus. Das ganze Forstgebiet erstrecke sich über etwa 1200 Hektar. Es sei der Gemeinde im letzten Jahr gelungen, die Fläche effektiv zu nutzen, weshalb der Ertrag des Holzvertriebes sogar höher als erwartet gewesen sei, erwähnte Wolfgang Klubert.

„Überraschend fanden die Eupener, dass wir unser Stammholz von Hand entrinden“, betonte der Förster. Das ließe sich einfach dadurch erklären, dass man das Holz sicherer im Wald lagern könne, wenn es bereits entrindet sei, da es so keine Borken- und Rindenkäfer anzieht. „Es kann dann mit weniger Schäden weiterverarbeitet werden, weil man die perfekte Witterung abwarten kann.“

Interesse am „Pflanzfuchs“

Genau so interessiert waren die Förster aus dem Nachbarland am „Pflanzfuchs“. Das ist ein Gerät, mit dem Laubbäume, vor allem Buchen, eingepflanzt werden. Das Besondere daran ist, dass sie zu diesem Zeitpunkt schon etwa 1,50 Meter groß sind. In Eupen wird diese Technik bisher nicht angewandt, die Roetgener Gemeinde hingegen betreibt dieses Pflanzen schon seit einigen Jahren erfolgreich.

Stolz präsentierte Wolfgang Klubert zehn Hektar Waldwiesen, die eher untypisch für einen Laub- und Fichtenwald sind. Die Wiesen werden jährlich nur einmal gemäht, wodurch dort viele seltene Gräser und Pflanzen wachsen können.

Darüber hinaus wurde über die Behandlung des Saatgut- und Fichtenbestandes geredet. Dabei gehen die beiden Forstgemeinden ähnlich vor und arbeiten deshalb eng zusammen. Auch das Rotwild ist ein gemeinsames Problem: Dieses knabbert die Baumrinden ab, wodurch die Bäume beschädigt und später faul werden.

Die Renaturierung des Hoscheider Venns und die Anlage von Waldteichen gehörten ebenso zu den Schwerpunkten des Ausflugs. Dieser endete mit einem Beisammensein in der Hütte des Kindergartenwaldes.

(ina)
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