Escape Room in Monschau: Senf sorgt für Spannung

Senf sorgt für scharfe Spannung : Der geheimnisvolle „Escape Room“ von Monschau

In der Monschauer Kirchstraße gibt es seit einigen Wochen einen der aufregendsten und spannendsten Räume der Altstadt – nämlich einen „Escape Room“. Und der ist wirklich einzigartig.

Die Kirchstraße ist selten überfüllt. Die Touristenströme in Monschau bewegen sich von den drei Parkhäusern kommend fast ausschließlich durch Stadt-, Rur- und Laufenstraße. Dabei befindet sich seit einigen Wochen im Haus Kirchstraße 1 einer der aufregendsten und spannendsten Räume in der historischen Altstadt. Hausbesitzerin Ruth Breuer, die Chefin der Monschauer Senfmühle, hat hier in den beiden Obergeschossen nach umfangreicher Renovierung nicht nur zwei Ferienwohnungen im historischen Ambiente eingerichtet sondern im Untergeschoss auch noch einen „Escape Room“ - und dieser Raum ist in der Tat einzigartig.

„Escape Room“ ist kein exotischer Cocktail, sondern der Begriff beschreibt einen neuen Freizeittrend in Deutschland. Spiel, Spaß und Abenteuer heißen die Zutaten für das neuartige Spiel. Es beginnt damit, dass eine Gruppe von Personen in einem Raum eingeschlossen wird, aus dem sie sich wieder befreien muss. Dies gelingt aber nur, wenn eine Reihe von Rätseln gelöst wird.

Ruth Breuer ist inzwischen selbst begeisterte Escape Room-Spielerin, nachdem sie sich mit ihrer Familie bei einem Urlaub in Bayern einmal auf das Experiment einließ. „Die Familie fand das Spiel toll ohne Ende“, erzählt sie, und so setzte sie die Idee um, das Spielabenteuer ebenfalls in Monschau anzubieten und zwei Räume im Untergeschoss des Hauses dafür auszustatten. 2015 ersteigerte sie die Immobilie, zumal es sich bei dem typischem Altstadt-Gebäude um das Wohnhaus ihrer Ur-Ur-Großeltern handelte.

Die Familie lebte hier mit acht Kindern, und in der Kirchstraße 1 liegt auch die Wiege der berühmten Monschauer Senfproduktion. Hier wurde im heute weithin bekannten Familienbetrieb erstmals Senf produziert. „Da lag es natürlich auf der Hand, dass sich das Room Escape-Rätsel um das Thema Senf und die Senfmühle dreht“, sagt Ruth Breuer. Daher hat sie für das Spiel das Büro ihres Großvaters Clemens Breuer nachempfunden, der das Familienunternehmen bis 1982 führte und 2005 im Alter von 90 Jahren starb.

„Clemens Geheimnis“ ist die etwas andere Schnitzeljagd überschrieben. Das Büro ist mit viel biografischem Material ausgestattet, aber einige Details sind auch das Geheimnis von Ruth Breuer, die ihre Phantasie spielen ließ. Dem Spiel zugrunde liegt die Annahme, dass Senfmüller Clemens Breuer unter einem Vorwand aus seinem Büro zu einem Außentermin gelockt worden ist, der rund eine Stunde dauern soll.

Die Spieler gehören einer erfolglos konkurrierenden Senffirma an, die in das Büro eingeschleust wurde, um an die beliebten Senfrezepturen zu kommen, die verschlossen in einem Tresor liegen. Dass dieses Unterfangen den Eindringlingen nicht leicht gemacht wird, liegt auf der Hand, denn es müssen in einer Stunde nicht weniger als 15 Rätsel gelöst werden, die aufeinander aufbauen. Scharfe Spannung ist also angesagt.

Nun kommt es darauf an, den Blick im Raum gezielt schweifen zu lassen und alle versteckten Hinweise zu entdecken. Jeder Hinweis ist wichtig, sei es eine Zahl oder eine Farbe. Codes müssen geknackt und Zahlenschlösser geöffnet werden, denn nur mit dem passenden Schlüssel gelangt man an den Inhalt von Schubladen, Schränken und Kästchen, deren Inhalt dann die Fortsetzung des Spiels ermöglicht. Der letzte Code öffnet beim Room Escape normalerweise die Ausgangstüre, doch beim Spiel Clemens Geheimnis erwartet die Teilnehmer ein vollkommen anderes Finale.

Ruth Breuer verspricht ein „Erlebnis für die ganze Familie“, aber auch für andere Gruppen, ob für Freundeskreise oder Arbeitskollegen, sei das Spiel eine spannende Erfahrung. Grundvoraussetzung sei nur, „dass man Spaß am Spielen hat“. Wichtig sei aber auch, „dass die Gruppe funktioniert.“ Die Teilnehmer müssten viel kommunizieren, zuhören und ihre Phantasie spielen lassen. „Jeder kann hier seine individuellen Fähigkeiten einbringen“, sagt Ruth Breuer. Deshalb werde das Spiel auch gerne als Teambuilding-Maßnahme genutzt. Es seien mindestens zwei Spieler erforderlich, „sonst ist es zu schwer“.

Und wenn mal alle Wege verbaut sind und das Spiel stockt, dann schaltet sich Ruth Breuer aus dem Nebenraum ein. Hier beobachtet sie per Kamera das Spiel, und gibt bei Bedarf einen gezielten Hinweis auf des Rätsels Lösung.

Sollte „Clemens Geheimnis“ funktionieren, dann könnte sich Ruth Breuer auch gut die Einrichtung eines zweiten Spielraumes im Nachbarhaus vorstellen, wo ebenfalls Ferienwohnungen entstehen sollen. Eine Geschichte für diesen Raum hat sie bereits in der Schublade: Dann muss die entführte Senfmaus befreit werden.

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