Entwicklungen des Arbeitslosenzahlen im Jocenter in der Nordeifel 2018

Ergebnisse und Ausblick des Jobcenters : Robuster Arbeitsmarkt sorgt für konstante Zahlen

Der Arbeitsmarkt in der Eifel war und ist robust. So das Fazit, dass Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Graaf schon zog, bevor er die Entwicklungen und Ergebnisse des vergangenen Jahres bezogen auf die Nordeifel vorstellte.

In den meisten Bereichen sind die Zahlen in den vergangenen Monaten konstant geblieben. Es gibt aber auch Überraschungen. „Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Eifel ist gestiegen“, sagte Graaf. Das läge zum einen an der guten Konjunkturlage, aber auch an der Mobilität der Eifeler. Die Arbeitsstelle müsse demnach nicht direkt vor der Haustür liegen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb relativ konstant auf den Zeitraum von September 2016 bis September 2018 gesehen. Waren vor zwei Jahren 118 Langzeitarbeitslose verzeichnet, gab es im Laufe der Jahre leichte Anstiege mit einem Höhepunkt von 149 Langzeitarbeitslosen im Oktober 2017. Bis September vergangenen Jahres sank die Zahl auf 127 Menschen, die länger als ein Jahr ununterbrochen keine Arbeit hatten.

Auch die Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten blieb mit einem Wert von 690 (September 2018) weitestgehend konstant. Anfang vergangenen Jahres gab es mit 726 Personen einen Höhepunkt, den Graaf mit den Flüchtlingszuweisungen erklärt. „In den anderen Geschäftsstellen der Städteregion haben wir eher eine Kurve, die nach unten geht. Aber die Zahlen waren schon relativ weit unten, und die Flüchtlinge kompensieren die Abgänge, die wir darüber hinaus hatten“, sagt Graaf. Tendenziell zeige die Kurve nach unten, weil aber mehr Menschen der großflächigen Eifel zugewiesen werden, bleiben sie konstant. „Hätten wir den Januar und Februar aber fortgeschrieben“, erklärt Standortleiter Jürgen Crombach, „dann wäre die Zahl bei mehr als 700. Wir haben Anfang des Jahres nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Klienten aus der deutschen Bevölkerung aufgenommen, die vor allem aus kurzfristigen Beschäftigungen zurück gekommen sind.“

Das Jobcenter betreut über die Bedarfsgemeinschaften auch Kinder. Im letzten halben Jahr von 2018 ist die Zahl von 228 (April 2018) auf 256 (September 2018) gestiegen. In Deutschland gibt es das Bildungs- und Teilhabepaket. Das Jobcenter unterstützt unter anderem bei Schulausflügen, Lernmaterialien und gibt einen Zuschuss zum Mittagessen. „Ich werbe für die Lernförderung, denn Bildung und ein guter Schulabschluss sind der Schlüssel in die Arbeitswelt. Es ist das A und O.“

(V.l.) Geschäftsstellenleiter (Stolberg – Eifel) Marcus Alt, Standortleiter Jürgen Crombach und Jobcenter Geschäftsführer Stefan Graaf blicken auf konstante Zahlen des Jobcenters in der Nordeifel zurück. Foto: zva/Anne Schröder

Im Dezember 2018 waren in der Eifel 15 Prozent der Arbeitslosen ohne abgeschlossene Schulausbildung (in der Städteregion sind es insgesamt 22 Prozent). Ende des vergangenen Jahres wurden zudem 65 Prozent der Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung registriert (Städteregion 74 Prozent), was die Vermittlung in einen Beruf erschwert.

Integration funktioniert in der Eifel

Mehr als jeder vierte Mensch aus dem Ausland ist im vergangenen Jahr erfolgreich in Arbeit integriert worden. Es sei ein gutes Ergebnis, sagt Graaf. „Die Integration ist auf einem konstant hohen Niveau. Die Eifel hat damit die höchsten Integrationsquoten in der Städteregion.“

Das läge unter anderem auch an der Bereitschaft der Arbeitgeber in der Nordeifel, erklärt Crombach. „Wir haben vor allem in die kleinen mittelständischen Betriebe einen guten Draht. Sie sind offen und probieren die Zusammenarbeit gerne aus. Der Anteil der ausländischen Personen in Bedarfsgemeinschaften betrug im September 35,6 Prozent und ist damit der höchste Wert in der Städteregion.

„Wie lange die Flüchtlinge von uns betreut werden, hängt nicht vom Können, sondern vom Wollen ab. Wir haben kaum Menschen mit Schul- oder Berufsabschluss, aber die die hierher kommen, flüchten nicht vor Arbeit“, sagt der Standortleiter. Der Geschäftsstellenleiter Marcus Alt ergänzt: „Die Geflüchteten sind sehr motiviert und engagiert. Sie rufen sehr viel ab an Dienstleistungen.“ Im Januar seien viele hochqualifizierte Menschen vor allem aus der Türkei gekommen, die aus politischen Gründen geflohen sind. Hier werde vor allem an der Sprachkompetenz gearbeitet, um die schnelle Integration zu gewährleisten.

Herausforderungen der Zukunft meistern

Die große Herausforderung in der Zukunft wird auch in der Eifel der Strukturwandel sein, der durch den Wegfall der Braunkohleverstromung bedingt ist. Auch aus der Eifel würden viele Menschen zu RWE oder Zuliefererbetrieben pendeln.

In den sechs Förderzentren der Städteregion, darunter auch das Bildungszentrum Simmerath der Handwerkskammer Aachen (BGZ), sollen sich Menschen in den verschiedenen Berufsbereichen ausprobieren können. Sei es im Hotel- und Gaststättenbereich, im Malerbetrieb oder bei der Holzarbeit. Die Arbeitsuchenden sollen ihre Stärken finden und eingegliedert werden. „Es ist eine gute Zusammenarbeit mit dem BGZ, die Kooperation funktioniert sehr gut. Die Menschen werden in den verschiedenen Werken gut betreut“, sagt Crombach.

Seit Januar dieses Jahres ist nach langer Diskussion das Teilhaberchancengesetz in Kraft getreten. Es soll die Teilhabe am Arbeitsmarkt für Menschen schaffen, die lange keine Beschäftigung hatten. Dabei bezuschusst das Jobcenter unter anderem den Lohn innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens bis zu 100 Prozent. Außerdem werden die Kunden begleitend betreut, um die Beschäftigung zu intensivieren und zu stabilisieren.