Einruhr: Eine verschworene Gemeinschaft der ehemaligen Einruhrer Volksschüler

Einruhr : Eine verschworene Gemeinschaft der ehemaligen Einruhrer Volksschüler

Ehemalige „Ruuscher“ Volksschüler trafen sich wieder zum Klassentreffen. „Wir sind die Ruuscher, also die Einruhrer“, erklärt Klaus Hüpgen, heute 80 Jahre alt und einer der Beteiligten. Nur wenige Meter neben dem Ort Einruhr lag damals Pleushütte, auch von dort aus kamen jeden Tag Kinder in die Einruhrer Volksschule.

Pleushütte gibt es heute nicht mehr, der Ort fiel der Erweiterung des Rursees zum Opfer. Und obwohl die Ortschaften nur wenige Meter auseinanderlagen, zählte Einruhr zum Kreis Schleiden und Pleushütte zum Kreis Monschau, berichtet Hüpgen weiter.

58 Schülerinnen und Schüler der Geburtsjahrgänge 1935 bis 1939, die die zunächst einklassige Volksschule, die im heutigen Eifelhaus untergebracht war, besuchten, verstanden sich immer schon ausgezeichnet. Doch verschlug es manche in fernere Regionen, so gelangte der gebürtige Ruuscher Kunibert Förster, heute 79 Jahre, ins Bergische Land.

Anfang der 1970er Jahre keimte der Wunsch auf, ein Klassentreffen zu organisieren. Vom Bergischen aus war das aufgrund der guten Drähte nach Einruhr kein Problem. 1973 gab es im Eifelhaus ein erstes derartiges Treffen. Erna Thieser, im Jahr 2000 verstorbene Schwester von Kunibert Förster, war eine der Hauptmitorganisatorinnen. Fortan trafen und treffen sich zunächst alle fünf Jahre, inzwischen alle drei Jahre, die Schüler und Schülerinnen der Ruuscher Volksschule.

Gerne erinnern sich die ehemaligen Steppke an ihren Lehrer Dr. Peter Hilden. Förster: „Er war ein wirklich guter Lehrer und ein musischer Mensch.“ Unter ihm sangen die Kinder im Chor, fuhren sogar, um Tonaufnahmen zu machen, bis nach Aachen. Auch spielten sie Theater, in Dreiborn führten sie das Stück auf. Dann galt es, den Lehrersgarten zu pflegen. Förster: „Lehrer Hilden war sehr vorausschauend, er konnte sich aber manchmal nicht so recht durchsetzen.“

Wurde es zu turbulent, dann flogen wohl auch schon mal nasse Schwämme und ganze Bücher durch die Gegend. Die Schäden an den Wänden malten die Schüler später mit passender Farbe wieder weg. Förster: „Wenn er sehr wütend war, verschwand er aus der Klasse. Hinterher tat es ihm dann leid.“ Klaus Hüpgen fiel zu Lehrer Hilden auch noch etwas ein: „Er sagte immer, wenn er sauer war, zu uns: Ihr dummen Puten. Wäre ich doch Steineklopfer geworden, dann wüsste ich abends, was ich gemacht hätte.“

Doch nicht nur zu einem Abendessen im Gebäude ihrer alten Schule kamen die ehemaligen Ruuscher Volksschüler am vergangenen Samstag zusammen. Über den Tag hinweg besuchten sie den Regierungsbunker in Kall-Urft. Klaus Hüpgen: „Das war sehr spannend. Wir hätten zwar lieber die Wasseraufbereitungsanlage in Roetgen besichtigt, aber dort sah man sich außer Stande, uns eine Besichtigung an diesem Tag zu ermöglichen.“

(gkli)
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