Monschau: „Eine gewisse Funkstörung”: Bald Biotonne in Monschau?

Monschau: „Eine gewisse Funkstörung”: Bald Biotonne in Monschau?

. Wird die Stadt Monschau bald gegen ihren Willen zur Biotonne verpflichtet? Der Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) wird den entsprechenden Antrag auf Ausnahmeregelung und Befreiung von der Pflicht zur Einführung einer getrennten Sammlung für Bioabfälle wohl ablehnen.

Jedenfalls hat der ZEW dies den Mitgliedern seiner Verbandsversammlung, die demnächst tagen wird, empfohlen.

Erfolgsmodell Wiegesystem

Der Streit um die Biotonne schwelt schon länger und hat in den letzten Monaten an Schärfe zugenommen. Der Grund für „eine gewisse Funkstörung” liegt für Bürgermeisterin Margareta Ritter darin, dass Monschau sich, anders als die beiden Südkreisnachbarn, bei der Neuvergabe der Restmüllsammlung nicht der Regionentsorgung anschloss, sondern mit einer europaweiten Ausschreibung dem örtlichen Entsorgungsunternehmen eine Chance auf den Zuschlag gab. Dieser bekam dann auch den Auftrag, was unter anderem den Erhalt von Arbeitsplätzen zur Folge hatte. Mit der Neuvergabe erfolgte auch die Einführung des Wiegesystems, das in den ersten Monaten eine wahre Erfolgsbilanz schrieb, wie nun auch noch einmal im Umweltausschuss erfreut festgestellt wurde.

Wiegesystem, eine äußerst hohe Zahl von Eigenkompostierern und die wöchentliche Grünabfallsammlung in allen Stadtteilen waren dann auch die Argumente der Stadt im Antrag auf Befreiung von der Biotonnen-Pflicht. Das ZEW aber erkannte den Antrag zunächst einmal nicht als solchen und winkt auch ab: Grünabfallsammlungen seien nicht geeinet, biogene Küchenabfälle zu erfassen. Auch entspreche es „nicht der Lebenserfahrung, dass Küchenabfälle gesammelt und zu gelgentlich stundenweise aufgestellten Containern gebracht werden. Bioabfälle werden also bei Fehlen eines geeigneten Erfassungssystems vielfach anderweitig und somit nicht ordnungsgemäß entsorgt”, schlussfolgert der Zweckverband, der auch die Eigenkompostierung nicht als Argument akzeptiert: „Zum einen fehlt es vielen Haushalten überhaupt an Garten, andere können aus körperlichen Gründen oder wollen schlicht keine Eigenkompostierung betreiben”, weiß der ZEW. Deshalb seien die von der Stadt Monschau angeführten Gründe „nicht geeignet, eine Ausnahme aus ökologischen Gründen zu rechtfertigen”, so der Zweckverband.

Sollte die Verbandsversammlung der ablehnenden Vorlage zustimmen, könnte die Biotonne auch in Monschau Einzug halten. Die Pflicht zur getrennten Entsorgung der Bioabfälle würde allerdings nicht für jeden Haushalt gelten, sondern nur für jene ohne Eigenkompostierung. „Für die wenigen Biotonnenbesitzer wird es dann richtig teuer”, fürchtet Margareta Ritter, doch im Umweltausschuss mochte man sich noch nicht mit dem Zwang von oben abfinden: „Wir wollen keine dritte Tonne; jedenfalls nicht, ehe der ZEW uns nicht ein Angebot macht für eine Kompostierungsanlage im Südkreis”, meinte Waltraud Haake (CDU), die sich heftig am Umgangston des ZEW störte: „Es ist unerträglich, wie der ZEW mit Verbandsmitgliedern umgeht. Wir sollten uns diesen Ton verbitten”, wetterte die CDU-Sprecherin.

Ein weiterer Kritikpunkt im Umweltausschuss: Mit keinem Wort geht der ZEW in seiner Stellungnahme auf das Ansinnen einer Bioabfall-Verwertung im Südkreis ein. Diese Lösung aber wäre auch für die Bürgermeisterin die sinnvollste, „weil dann der teure und unsinnige Transport von Grünabfall und Rasenschnitt entfiele”, so Margareta Ritter.

Am 11. Dezember muss die ZEW-Verbandsversammlung über den Monschauer Antrag entscheiden, die Stadt vom Anschlusszwang zu befreien und eine Verwertung im Südkreis zu prüfen. Wird der Antrag endgültig abgelehnt, dann dürften vor allem viele Haushalte in der Altstadt schon bald ein Platzproblem mit der dritten Abfalltonne bekommen.