Monschau: Ein Meilenstein, aber keine Garantie

Monschau : Ein Meilenstein, aber keine Garantie

Es war ein großer Tag für die Gladiatoren, die zu ihrem letzten Kampf in die vollbesetzte Arena strebten. Lange hatten sie sich auf diesen Tag vorbereitet.

Nun hieß es Abschied nehmen von den 75 stolzen Recken, die jahrelang täglich angetreten waren, um gegen die verschiedensten Herausforderungen in ihrem Circus Maximus zu bestehen. Doch am Ende konnten sie stolz von sich sagen: „Ab heute sind wir frei.”

Gemeint sind an dieser Stelle nicht die Kämpfer eines längst untergegangenen Reiches, sondern die ganz lebendigen Schüler des Abiturjahrgangs 2008 des St. Michael-Gymnasiums Monschau. Denn unter dem Motto „Glabiatoren...auch Legenden müssen gehen” verabschiedeten sie sich am Samstag von ihrer Schule.

Aus diesem Anlass kamen die Schüler noch einmal in der Aula des Gymnasiums zusammen, um gemeinsam mit ihren Eltern, Verwandten, Freunden und Lehrern ihren Abschluss zu feiern und ihre Zeugnisse in Empfang zu nehmen.

Bevor sie aber endlich ihre Reifezeugnisse in den Händen halten konnten, hieß es noch zu warten, denn auf dem Programm standen sowohl musikalische Beiträge, als auch die Grußworte der Schulleiter, die Reden der Jahrgangsstufenleiter und der Jahrgangsstufensprecher.

Dass der Abigag eine „runde Sache” gewesen sei, darüber freute sich beispielsweise der stellvertretende Schulleiter, Hans Münstermann, mit den Abiturienten in seinen Begrüßungsworten. Münstermann erinnerte dann aber mit ernsterer Miene daran, dass es für sie ab jetzt hieße, alleine durchs Leben zu laufen.

„Lustig war es allemal”

Während die Einen eher gerührt zu sein schienen, versicherten Andere, dass „alle ziemlich froh” seien, nicht mehr bleiben zu müssen. Dennoch hieß das von Jaqueline Mackenstein gesungene, von Nicolas Lunz am Klavier und Berit Hannappel an der Gitarre begleitete Lied, das die drei Abiturienten anschließend vortrugen, bezeichnenderweise „I Would Stay” - Ich würde bleiben.

„Lustig war es allemal”, stellten auch die Jahrgangsstufensprecher Stefan Prümmer, Sabrina Engel und Steffi Theissen fest. Und auch ihre Lehrer, Hildegard Furkert und Wolfgang Tambornino schienen eine positive Zeit im Gedächtnis zu haben, als sie die Schüler mit ihrer launigen Rede überraschten: „Tapfer habt ihr im Circus Maximus gekämpft: Mit dem Dreizack gegen die Fallstricke des Zentralabiturs”, so griffen sie das Bild der mutigen „Glabiatoren” auf. Erstaunlich sei allerdings gewesen, dass unter den Jahrgangsbesten keine Gladiatoren, sondern ausschließlich „Amazonen” anzutreffen gewesen seien, wunderten sie sich. Woran das lag, war für die 20-jährige Tamara Steffens klar: „Die Mädels haben einfach mehr gelernt”, erläuterte sie mit einem Lachen.

Im Anschluss an die Rede der Jahrgangsstufenleiter glänzte David Omanovic am Klavier, und Pia Stutzenstein intonierte, begleitet von David Omanovic, eine Version des Klassikers „Somewhere Over the Rainbow”.

Den Abschied nutzen die Schüler um noch einmal, um Kritik anzubringen: Lob erntete die Schule zum Beispiel für das Selbstlernzentrum, in dem die Schüler während Freistunden üben können oder für die Tatsache, dass inzwischen fast jeder Raum mit einem Computer ausgestattet sei. Grund zur Klage gab es allerding bei der Parkplatzsituation an der Schule, die stets angespannt sei.

Dank an Schulleiter und Lehrer

Beim Schulleiter und den Jahrgangsleitern bedankten sich die Abiturienten mit Präsenten. „Setzt euch keine Grenzen, aber bleibt euch treu”, riet Lothar Stresius, Schulleiter des Gymnasiums, abschließend. Das Abitur sei immer noch ein wichtiger Meilenstein, wenn auch keine Karriere-Garantie.

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