Einruhr/Kesternich: Ein lustiger Hirsch bittet auf der B266 um leises Fahren

Einruhr/Kesternich : Ein lustiger Hirsch bittet auf der B266 um leises Fahren

An der B266 zwischen Einruhr und Kesternich weist ein sogenanntes Lärmdisplay seit einigen Tagen wieder bergauf fahrende Verkehrsteilnehmer darauf hin, wenn der Motor ihres Fahrzeuges zu laut ist.

Das Gerät war auf gemeinsame Initiative des Fördervereins des Nationalparks Eifel, der eine namhafte Spende einbrachte, der Gemeine Simmerath, der Nationalparkverwaltung und von MdB Oliver Krischer im April als Maßnahme gegen den Motorradlärm installiert worden. Etwa einen Monat später wurde die Anlage, die zu lauten Bikern sanft ins Gewissen reden soll, das Opfer von Vandalismus. Sie wurde beschädigt und die Teile zur Energieversorgung wurden demontiert und gestohlen.

Nach dem Bekanntwerden hatte die Gemeinde Simmerath unverzüglich Strafanzeige wegen Eingriffs in den Straßenverkehr, Diebstahls und Sachbeschädigung erstattet.

Die Reparaturkosten in Höhe von 2800 Euro hat nun die Gemeinde Simmerath übernommen und dafür gesorgt, dass das Lärmdisplay wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. Dabei erfasst die in einem am Straßenrand stehenden Pfosten montierte Technik per Mikro und Kamera die Verkehrsteilnehmer und gibt die Daten an das 100 Meter weiter entfernt stehende Display weiter, worauf eine dem Lärmpegel entsprechende Anzeige erfolgt. Ist ein Fahrzeug zu laut, blinkt der dezente Hinweis „Leiser“ auf. Liegt der Geräuschpegel unter der Messgrenze, erscheint ein freundliches „Danke“ auf der Anzeigentafel. Vor der Zerstörung der Anlage war neben der Anzeige ein Mädchen zu sehen, das sich die Ohren zuhält. An ihrer Stelle bittet nun ein lustiger Hirsch um Rücksichtnahme.

Sämtliche von der Anlage erfassten Daten werden aufgezeichnet und können später ausgewertet werden. Die Halterdaten werden dabei aber nicht erfasst.

„Nach den ersten Testergebnissen hat sich eine gewisse positive Wirkung gezeigt. Deshalb wollen wir den Versuch weiter wagen und hoffen, dass es dazu beiträgt, dass die Lärmemissionen weiter zurückgehen, und dass die Anlage nicht mehr zerstört wird“, erklärt Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf Anfrage. Erfahrungen in anderen Kommunen hätten auch gezeigt, dass ein solches Display zur Lärmverminderung beitrage. Dabei sei der Einsatz des Displays kein Selbstzweck. Vielmehr erfolge dieser im Sinne der betroffenen Bürger, speziell der Bürger in Einruhr, und auch mit Rücksicht auf die Tierwelt im Nationalpark Eifel, sagt Hermanns.

(ag)