Einruhr: Ein Hoch auf den Heilsteinbrunnen-Meister von Einruhr

Einruhr : Ein Hoch auf den Heilsteinbrunnen-Meister von Einruhr

Die Heilsteinquelle liegt in einem Brunnenhaus sehr versteckt im Wald unterhalb der Sauermühle. Das kostbare Quellwasser wird aus einem 52 Meter tiefen Brunnen gefördert, und zwar noch auf Schleidener Stadtgebiet, dann wird das kohlensäurehaltige Wasser bis zum Heilsteinbrunnen geführt, der am Heilsteinhaus in Einruhr zu finden ist und sich damit auf Simmerather Gemeindegebiet befindet.

Gefördert werden 3,5 Kubikmeter pro Stunde. Am Dienstagmorgen beleuchtete Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns jetzt die Geschichte der Quelle und nahm eine wohlverdiente Ehrung vor.

Der Stein, der in der Mauer der Einruhrer Kirche verarbeitet wurde (l.) , war als Monument dem Heilsteinbrunnen beigegeben, wie er 1826 errichtet wurde. 1826 wurde die Quelle mit einem Tempelchen überdeckt, wie auf einem alten Stich zu erkennen ist (r.). Foto: G. Klinkhammer

Hermanns zeichnete Klaus Hüpgen aus, der sich seit einem halben Jahrhundert um die Quelle und den Verlauf des Wassers bis zum Heilsteinbrunnen ehrenamtlich kümmert. Der Bürgermeister überreichte eine Kappe, eine Taschenlampe und Simmerather Honig als kleines Dankeschön für die ganze Arbeit. Christoph Poschen, Ortsvorsteher von Einruhr, konnte aus beruflichen Gründen nicht am Termin teilnehmen.

Der Stein, der in der Mauer der Einruhrer Kirche verarbeitet wurde (l.) , war als Monument dem Heilsteinbrunnen beigegeben, wie er 1826 errichtet wurde. 1826 wurde die Quelle mit einem Tempelchen überdeckt, wie auf einem alten Stich zu erkennen ist (r.). Foto: G. Klinkhammer

Er ließ schriftlich ausrichten: „Als echter ,Ruscher‘ war Klaus Hüpgen schon bei den ersten Pumpversuchen 1968 als Feuerwehrmann dabei; zunächst dienstlich als Angestellter des Amtes Dreiborn und später der Gemeinde Simmerath begleitete er das Projekt, die Quelle wieder nutzen zu können. Er hat in 50 Jahren einen unersetzlichen Beitrag für Einruhr geleistet, allergrößter Dank und Anerkennung dafür.“

Klaus Hüpgen ist „Ruscher“ durch und durch, inzwischen ist er 80 Jahre alt. Zweimal pro Woche geht er ins Brunnenhaus und probiert das Wasser, zudem misst er den PH-Wert, der in der Regel bei 6 liegt. Dieser PH-Wert gilt als „leicht sauer“. Auch den Heilsteinbrunnen und die Zuleitungen hat er im Blick.

Weiteren Dank sprachen sie dem unermüdlichen Ehrenamtler Markus Vollmer aus. Vollmer ist seit 22 Jahren Revierförster von Vogelsang und gehört dem Bundesforst an. Auch Michael Lammertz, Leiter Kommunikation des Nationalparks Eifel, fand lobende Worte. Er bescheinigte dem Heilsteinhaus eine „besondere Aura“ und dankte Hüpgen für sein ehrenamtliches Engagement als gutes Beispiel für das ehrenamtliche Tun in der Eifel. Schleidens Bürgermeister Udo Meister lud den Geehrten zu sich ins Rathaus ein, damit er sich ins Goldene Buch eintragen und im Archiv nach altem Material bezüglich der Heilsteinquelle suchen möge.

Klaus Hüpgen bedankte sich für die Aufmerksamkeit und sprach einen Wunsch aus: „Es wäre toll, wenn es einen offen zugänglichen Quellstein geben würde, an dem die Wanderer und Besucher, die etwa den Weg von Dreiborn nach Einruhr gehen und am verschlossenen Heilsteinbrunnenhaus vorbei kommen, ihren Durst stillen könnten.“

Hüpgen erinnerte sich, wie er 1968 durch den damaligen Kreis Schleiden fuhr, um getrocknete Erbsen zu kaufen. Diese wurden verwendet, um Abdichtungen bei den ersten Pumpversuchen vorzunehmen. Seit den ersten Anlaufversuchen läuft die Quelle aus dem Rurberger Fels wie ein Uhrwerk. Hüpgen weiß: „Die Quelle ist vom Oberflächenwasser absolut unabhängig.“

Von einem dauerhaften Genuss des eisenhaltigen Heilsteinwassers raten Fachleute ab, als Kur jedoch wird es empfohlen, wobei Hüpgen jeden Tag einen Schluck genießt und sich bester Gesundheit erfreut.

Zusammenarbeit klappt

Karl-Heinz Hermanns hob noch die stets unkomplizierte Zusammenarbeit bezüglich des Heilsteinwassers zwischen den Kommunen Schleiden und Simmerath sowie zwischen dem Bundesforst und dem Nationalpark Eifel hervor, denn alle vier sind an der Einrichtung beteiligt. Möglich sei, so sagte Hüpgen, dass der Name „Heilstein“ vom Helingsbach herrühre, der in der Nähe fließe.