Nordeifel: Eifeler Wetter-Rückblick: 12 Tage Eiszeit im milden Winter

Nordeifel: Eifeler Wetter-Rückblick: 12 Tage Eiszeit im milden Winter

Eisige Polarluft in der ersten Monatshälfte und ausgesprochen milde Witterung bis zum Monatsende präsentierten einen ungewöhnlichen Wintermonat.

Schon Ende Januar hatte die Kältewelle eingesetzt, sie war mit zwölf Tagen Dauerfrost, ständigen Nachtwerten unter -10 Grad, aber nur wenig Schnee der Höhepunkt des ansonsten milden, schneearmen Winters 2011/12.

Die niedrigsten Temperaturen dieser Polarphase von Hoch Dieter wurden am Morgen des 7.2. über 3-5 cm Schnee gemessen, hier einige Extreme der Lufttemperaturen: Kalterherberg und Erkensruhr -21,1 Grad, Höfen -19,6 Grad, Simmerath-Strauch -17,8 Grad, Wahlerscheid Windpark -17,3 Grad, Perlenbachtalsperre -17,0 Grad und Roetgen -16,7 Grad (Aachen -15,8 Grad). Über Schneeflächen lag der Tiefstwert am Boden im Venn bei -26,9 Grad.

Mitteltemperatur -11,7 Grad

Das erste Februar-Drittel trieb unsere Heizkosten mit einer Mitteltemperatur von -11,7 Grad (Simmerath) in die Höhe. Man muss schon bis zum Februar 1986 in der Statistik blättern, um einen noch niedrigeren Wert zu finden. Kleine und große Seen froren zur Freude der Schlittschuhläufer komplett zu, nur auf den ganz großen Seen war kein Eissport möglich. Auch die Zahl der Eistage (15 in Mützenich) wurde zuletzt 1986 übertroffen.

Ab der Monatsmitte drang dann Atlantikluft immer weiter nach Westeuropa vor. Am 24. wurden in den Niederungen von Aachen 12 Grad abgelesen, auf den Bergen durch Inversion noch mehr (13,4 Grad, Höfener Südhang).

Der kälteste Februar seit 1991 bilanzierte nach 29 Tagen überall mit einer Abweichung von -3,5 bis -3,9 Grad (Mitteltemperatur in Aachen -1,0 Grad und im Wahlerscheider Forst -3,3 Grad).

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwetterlagen zu Beginn des Monats und der danach geringen Luftdruckgegensätzen blieb es überwiegend trocken. Kräftige Schneefälle blieben in den Hochlagen der Eifel aus. Am 15. Februar liefen einige Lifte bei 15 cm in Monschau (Lauscherbüchel), 14 cm in Höfen, 13 cm in Strauch und 10 cm in Kalterherberg.

Mit nur 40 bis 60 Prozent des Langzeitwertes war es der trockenste Februar seit 1998. Hier einige Niederschlagssummen: Roetgen 64 Liter, Mützenich 60, Monschau im Lauscherbüchel 58, Kal-terherberg 57, Höfen, Perlenbach und Strauch 38, Schöneseiffen Windpark 28, Aachen 25 und Rurberg nur 23 Liter/Quadratmeter.

Trockenkalte Luft in der ersten Monatshälfte steigerte die Summe der Sonnenstunden erheblich. Mit 90 bis 115 Stunden lagen wir 30 Prozent über dem Mittelwert und damit war es einer der sonnigsten Februare seit Beginn der Messungen (Aachen 92, Kalterherberg 98 und Schöneseiffen 112 Stunden).

Inzwischen kündigen Haselnusspollen und große Kranichschwärme das Ende des Winters an und alle freuen sich auf die ersten Tage mit 20 Grad. Im vergangenen Jahr mussten wir darauf bis zum 1. April warten, vielleicht geht es diesmal früher. Zur Wochenmitte bringt der Südwestwind einen Schwall subtropischer Warmluft aus Spanien in die Eifel.

Die Allergiker sollten ihre Sprays bereithalten, denn die Thermometer werden im Schatten am Donnerstag 18 bis 20 Grad rund um Aachen anzeigen. Bis zum 26. März ist kein Winter mehr zu entdecken, die Gartenarbeit ruft und die Osterferien stehen vor der Tür - hoffentlich mit Wärme in der Karwoche und zu Ostern wie letztes Jahr.

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