Nordeifel: Eifeler Mordgelüste auf der Buchmesse

Nordeifel : Eifeler Mordgelüste auf der Buchmesse

Bücherfreunde aus der ganzen Welt schauten vom 11. bis 15. Oktober nach Frankfurt, wo die Buchmesse zum 68. Mal ihre Tore öffnete. Da Literatur — vor allem Krimis — aus und über die Eifel immer populärer werden, reisten auch drei Verlage aus der Eifel in die Finanzmetropole, um neue Leser zu gewinnen und die Marke Eifel zu repräsentieren.

Einer von ihnen ist der Krimiautor und Verleger des KBV-Verlags, Ralf Kramp, der bereits seit vielen Jahren einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse betreut: „Wir haben hier jedes Jahr eine große Krimiautorenversammlung. Da freuen wir uns jedes Jahr wieder drauf“, so Kramp. Viele Neuerscheinungen hatte der KBV-Verlag mit nach Frankfurt gebracht, darunter der Kurzkrimiband „Haken dran“ des schreibenden Polizisten Klaus Stickelbroeck und „Umkehrschuss“ von Martina Kempff.

Fans der Herbie Feldmann-Geschichten, die Kramp selbst schreibt, werden ab sofort neuen Lesestoff haben. Nach über zehn Jahren gibt es mit „Abendlied“ einen neuen Fall, der Feldmann nach Bad Münstereifel führt, wo eine Leiche im Schaufenster liegt.

Allerdings hatte Kramp auch eine traurige Nachricht zu verkünden: „Es wird keinen neuen Jacques Berndorf mehr geben.“ Um den Fans ein würdiges Abschiedsgeschenk zu bereiten, wurde „Eine Reise nach Genf“ vom KBV-Verlag neu aufgelegt. Ein „absolutes Muss für jeden Berndorf-Fan“, so Ralf Kramp.

Einen „ganz besonderen“ Krimi hatte auch Verleger Arne Houben vom Rhein-Mosel-Verlag, neben vielen weiteren Neuerscheinungen, mit in die Finanzmetropole gebracht. „Sturz vom roten Felsen“ von Klaus Greichgauer beschäftigt sich mit dem mysteriösen Tod der Studentin Irina F. in Trier. Greichgauer arbeitete als Journalist in Trier, als die Studentin Tanja Gräff verschwand. Er beschäftigte sich intensiv mit den vielen Ungereimtheiten, die bis heute nicht geklärt sind. Mit seinem Buch liefert er eine mögliche Erklärung, was passiert sein könnte.

„Korkenzieher im Gepäck“, das die Historikerin Katharina Sieh-Burens nun im RMV veröffentlichte, ist ein Muss für alle Weinfreunde. Warum trank Thomas Jefferson gerne deutschen Wein? Wollte Queen Victoria gerne in den Weinbau investieren und erleichterte Bacchus sogar politische Verhandlungen? All diese Fragen beantwortet Sieh-Burens anhand sieben großer Persönlichkeiten der Geschichte, die alle gerne deutschen Wein tranken und Aufzeichnungen hinterließen.

Eine Zeitreise unternehmen auch Achim Konejung und Hubert vom Venn in ihrem neusten Werk „2000 Jahre Eifel — eine satirische Zeitreise“. Nachdem der Heimatforscher Heinz Huppenrath beweisen konnte, dass die Eifel am 5. März 17 nach Christus erfunden wurde, muss die Geschichte neu geschrieben werden. Die beiden Kabarettisten berichten über die Zeit Karls des Großen, der Herrmannsschlacht in Simmerath und den Nibelungen am Neffelbach. „2000 Jahre Eifel“ ist vom Venns 23. Buch.

Neben dem alteingesessenen KBV-Verlag und dem Rhein-Mosel-Verlag war in diesem Jahr auch der Eifelbildverlag aus Daun mit einem Stand auf der berühmten Messe zu finden: „Letztes Jahr hatten wir nur ein Regal angemietet, jetzt sind wir mit einem eigenen Stand hier“, so der Geschäftsführer Sven Nieder. Besonders ist, dass dieser Verlag sich keiner Altersgruppe zuordnen möchte.

So geht es in Maf Räderscheidts „Die Küsse der Farben“ um die Gedanken, die ein Künstler hat, während er ein Bild malt. „Sagenhaft Eifel“ beschäftigt sich mit den Sagen der Heimat kindlich aufgearbeitet, und „Unser Vulkaneifel-Wimmelbuch“ zaubert schon den Kleinsten ein Leuchten in die Augen. „Wir möchten Leckerbissen für alle anbieten“, so Nieder, der selbst in der Südeifel aufwuchs.

Sven Nieder und sein Team erlebten dabei, wie schwer es ist, ein Hotelzimmer zu Messezeiten zu finden: „Wir sind alle für die Woche auf einem Campingplatz. Wir sitzen dann abends zusammen und freuen uns, dass wir geiles Zeug mit netten Leuten machen können.“

(kfr)
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