Eifel-Musicale-Konzert in Kalterherberg

„Eifel Musicale“ : Ein Konzert zwischen Strahlkraft und Intimität

Manche Besucher des Konzerts im Kalterherberger Eifeldom am Sonntag hatten das ehrwürdige Gebäude vielleicht noch nie in einer solchen Atmosphäre erlebt.

Mit Oliver Lakota an der Trompete und Pavel Svoboda an der Orgel waren zwei Künstler zu Gast, die im Rahmen der „Eifel Musicale“ ihr Programm bereits am Vorabend in der Kulturkirche Gemünd darboten. Aber auch zum Konzert im Eifeldom war noch eine stattliche Schar von Musikinteressierten gepilgert, die vom Gebotenen restlos begeistert waren.

Die Stimmung des beginnenden Frühlings draußen und des entsprechenden hoffnungsfrohen Lichts in der Kirche sowie eine besonders fein abgestimmte und dargebotene Programmgestaltung in der Musik ergaben im Zusammenklang eine spirituelle Erfahrung eigener Art. Besonders trat die Orgel aus dem Jahre 1903 bei diesem Konzert und in der Art, wie sie von dem tschechischen Bachpreisträger Pavel Svoboda hier gespielt wurde, mit sonst kaum je gehörten Klangfarben und Registern hervor. Dies war vor allem bei einem der Hauptwerke des Programms der Fall, der berühmten Toccata in d-moll von Johann Sebastian Bach, aber auch bei der Partita, die Johann Pachelbel über den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ geschrieben hat.

Da hatte der musikalische Partner des Nachmittags, der Trompeter Oliver Lakota aus Passau, fast ein wenig zu tun, um auch dieses sein Instrument ins rechte Licht zu rücken, was aber mühelos gelang. Freilich waren es meist für die Trompete bearbeitete Stücke, die Oliver Lakota zusammen mit dem Organisten darbot, darunter etwa das von Bach seinerseits aus Vivaldi bearbeitete „Concerto“ BWV 972. Besonders klangschön wurde der Choral „Jesu bleibet meine Freude“ aus der Bachkantate Nr. 147 vorgetragen. Erstaunlich war dabei, dass ein Instrument, das ansonsten wohl eher für Strahlkraft und Dominanz steht, hier mit einer inneren Differenziertheit agierte, die anrührte.

Bemerkenswert auch, dass von den beiden Künstlern, die aus unterschiedlichen europäischen Ländern stammen, gerade die länderübergreifende Zusammenarbeit ausdrücklich als friedensstiftendes Mittel im Blick auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln in Europa verstanden wird. Als Bestätigung dieses Ansatzes geriet dann die Zugabe nach dem herzlichen und begeisterten Beifall des Publikums besonders überzeugend. Es war das berühmte Präludium aus Marc-Antoine Charpentiers „Te Deum“, bei dem die filigrane Begleitung der Orgel wie die triumphale und gleichsam freudestrahlende Stimme der Trompete das spirituelle Ereignis dieser Nachmittagsstunde im Eifeldom zusammenfassten.

(js)
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