Gemünd: Eifel-Krimi: Wenn der Nationalparkförster wieder zum Ermittler wird

Gemünd: Eifel-Krimi: Wenn der Nationalparkförster wieder zum Ermittler wird

Einen passenderen Ort, um Ihren neuen, inzwischen dritten Eifelkrimi vorzustellen, konnte Elke Pistor kaum finden. Zusammen mit Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung und Dominic Hettgen (Emons Verlag) lud die Autorin die Presse zum Parkplatz am Kermeter zwischen Schwammenauel und Gemünd.

Ihre Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Eifel hatte auch beim brandneuen Roman „Eifler Zorn” einmal mehr Früchte getragen, denn bei gemeinsamen Wanderungen stieß Elke Pistor auch auf das abgerissene Anwesen in Mauel.

Genau an dieser Stelle wurde 1893 ein handwerklich ausgerichtetes Erziehungsheim gegründet, das durch schwerste Misshandlung an seinen Zöglingen traurige Öffentlichkeit erfuhr, wie weitere Recherchen ergaben. Dass diese Missbrauchfälle trotz der preußischen Mentalität die zu jener Zeit herrschte, Thema im Reichstag wurden, spricht für sich und sorgte so für das Leitthema des neuen Pistor-Krimis.

„Ich bin in meinem Roman zwar sehr realistisch geblieben, es handelt sich aber am Ende doch um eine Fiktion”, verriet die Autorin. „Ich war schockiert, als ich feststellte, dass den Gewerkschaftern damals so ihre Kinder entzogen wurden. Diese Tatsache schuf so den historischen Hintergrund meiner Geschichte. Im tatsächlichen Handlungsstrang versuche ich aufzuzeigen, wie man Gewalt auf unterschiedlichsten Ebenen begegnet.”

Wie schon in den beiden erfolgreichen Vorgängerbänden ermittelt die Gemünder Polizeihauptkommissarin Ina Weinz mit ihrem Partner, dem Förster Steffen Ettelscheid im Nationalpark Eifel.

Niemand kennt den zu Tode geprügelten Jungen, dessen Leiche unter den Abrisstrümmern des ehemaligen Anwesens in Mauel gefunden wird, niemand vermisst ihn. Die Spuren führen weit in die Vergangenheit des Ortes. Der Fund einer weiteren Leiche lässt die Gerüchteküche brodeln. Treibt eine Sekte ihr Unwesen in den Wäldern des Nationalparks?

Die Nationalparkverwaltung begrüßt die Kooperation mit Krimi-Autoren, wenn diese den Nationalpark Eifel als Schauplatz einbeziehen. „So können Darstellungen und Schauorte in Abstimmung mit der Autorin so beschrieben werden, dass sie der Besucherlenkung im Großschutzgebiet dienen und den Zielen des Nationalparks nicht entgegenstehen”, so Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung.

Wenn die Kommissarin in einem eingestürzten Bunker bei Hirschrott liegt, der im Nationalpark dem Schutz seltener Fledermäuse dient oder Unbekannte durch das legen illegaler Feuerstellen im Nationalpark Eifel ihr Unwesen treiben, dann gibt es spätestens im Nachwort Hinweise, dass das Betreten der ehemaligen Schieferstollen nicht nur aus Artenschutz sondern auch wegen Einsturzgefahr verboten ist.

Elke Pistor lässt in ihrem neuen Buch die lebhaft und lebensnah gezeichneten Figuren nicht nur in stimmige Dialogen, sondern in einem Plot, der durch intelligente Wendungen die Spannung bis zur sprichwörtlich letzten Seite hält, agieren. Mit liebevollen Lokalkolorit und punktgenauer Komik macht sie ihren dritten Eifelkrimi zu einem spannenden Vergnügen für jeden Krimileser.

Die realistische Darstellung der Schauplätze, wie die Fledermausstollen in Hirschrott und die Einblicke in die Berufswelt des Mitarbeiters der Nationalparkverwaltung Steffen Ettelscheid sind das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Autorin und der Nationalparkverwaltung und geben den Lesern die Möglichkeit, Krimischauplätze zu erwandern.

Zum Erscheinen des neuen Eifelkrimis „Eifler Zorn” verlost die Autorin gemeinsam mit dem Emons-Verlag auch eine Wohnzimmerlesung für die Leser des Kriminalromans.

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