Nordeifel: Eifel bleibt weitgehend verschont

Nordeifel: Eifel bleibt weitgehend verschont

Was viele bereits verloren glaubten, kehrte am Donnerstag kurzzeitig in die Eifel zurück. Vögel zwitscherten, Rasenmäher jaulten und die Sonne kitzelte auf der Haut: Der Sommer war da.

Aber nur für ein paar Stunden, wie bereits zuvor vom Wetterdienst angekündigt. Dann nämlich sollte dem Eifeler einmal mehr gezeigt werden, dass er nun mal nicht am Mittelmeer wohnt und sich keinesfalls auf eine Beständigkeit des Sommers verlassen kann.

Ab dem späten Nachmittag zogen dichte Wolkenfelder auf, und während im Radio bereits von einem „Blitzregen” über Aachen und Heinsberg berichtet wurde, fing es in unserer Region langsam an zu tröpfeln. Erst am Abend waren Wetterleuchten und Donner dann auch in der Eifel zu vernehmen. So extrem wie es laut Rundfunk im Nordkreis war, wo von kniehohen Wassermassen auf der Straße und schwimmenden Autos die Rede war, war es in Simmerath, Roetgen und Monschau jedoch nicht.

Das bestätigte auch die Nachfrage bei Simmeraths Gemeindewehrführer Jürgen Förster: „In der ganzen Nordeifel ist nichts passiert, nur für einen Keller in Simmerath mussten wir ausrücken. Das Unwetter hat uns zum Glück verschont.” Wie schön häufiger blieb die Frontan den Ausläufern von Venn und Ardennen hängen

Geregnet hatte es dennoch zeitweise heftig. Das verzeichnete auch der Wasserverband Eifel Rur an seinen Zuflussmessungen. „In den Morgenstunden am Freitag stieg der Zufluss in der Urfttalsperre von 1000 Liter auf 2500 Liter pro Sekunde, der Rurpegel stieg sogar von 1000 auf 4000 Liter pro Sekunde, womit wir auf 6500 Liter kommen. Dies ist aber der Spitzenwert, der mittlerweile wieder abnimmt”, erklärt Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur. Da hier 7000 Liter in die Rur abgelassen werden, wird trotz der Regenfälle nicht mehr Wasser im Rursee zu sehen sein. „Optisch kommt es einem derzeit so vor, als wäre sehr wenig Wasser im See, aber er ist immer noch mit 61 Prozent, also mit 123 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt. Wenn es so weitergeht, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen”, erklärt Seiler. Zwar sei dies aufgrund des trockenen Frühjahrs ein unterdurchschnittlicher Wert, aber aus der Sicht der Wasserwirtschaft sei dies kein Problem.

Auch keine Probleme gibt es beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach - eher im Gegenteil: „Wir freuen uns über den Zufluss vom Donnerstag”, betont Derk Buchsteiner, Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach. „Vorher haben wir aus der Reserve gelebt und jetzt hat sich der Zufluss vervierfacht. Das ist für einen Sommerzufluss ganz ordentlich.” Der Wasserstand ist nun nur noch 1,30 m unter dem Stauziel. „Damit sind die Sorgen vom Frühjahr aufgehoben. Wäre es bis Mitte Juli weiter so trocken geblieben, hätten wir uns Sorgen machen müssen”, erklärt Derk Buchsteiner.

Die Bilanz: Die Talsperren sind gefüllt, das Unwetter hat die Region weitgehend verschont - bleibt nur zu hoffen, dass sich nun der Sommer wieder blicken lässt.

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