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Nordeifel: Durchfall und Cholera aus der Tiefe

Nordeifel : Durchfall und Cholera aus der Tiefe

„Alter Hausbrunnen” steht auf einem Holzschild an einer gut einen Meter hohen, aus Bruchstein gemauerten Kuppel mit Holztür. Mit der Idealvorstellung eines kreisrund ummauerten Brunnens mit überdachtem Kurbelbaum und einem an einer Kette hängenden Eimer hat diese Konstruktion keine Ähnlichkeit.

Der Bau von Wasserleitungen begann im Monschauer Land in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis dahin musste das kostbare Nass mit Eimern aus den mehrere Meter tiefen Brunnen gezogen werden. Gerade im Winter war dies eine nicht ungefährliche Tätigkeit: Wasser lief über den Eimerrand und gefror auf dem kalten Boden. Vor dem Brunnen bildete sich eine spiegelglatte Fläche.

Die Brunnen waren ständig in Gefahr, durch offene Misthaufen und Sickergruben oder anderen Unrat verschmutzt zu werden. Vor allem in der Altstadt Monschau war die Situation angespannt.

Der um 1800 in Monschau praktizierende Arzt Dr. Jonas berichtet von einem öffentlichen Brunnen, der sich direkt unterhalb des Friedhofs in der Kirchstraße befunden hat und dessen braunes, stinkendes Wasser seiner Meinung nach Ursache für Bauchschmerzen und Durchfall und auch für tödlich verlaufende Krankheiten wie Cholera war.