Simmerath: DRK bildet Lebensretter im Klassenzimmer aus

Simmerath: DRK bildet Lebensretter im Klassenzimmer aus

Während Houria sich nicht so recht traut zuzupacken, greift ihr Mitschüler Jakob beherzt ein. „Lass mich mal!“, sagt er und beginnt, mit ausgestrecktem Arm und flacher Hand den Brustkorb der auf dem Boden liegenden Person rhythmisch herunterzudrücken. In diesem Fall ist es nur eine Puppe, der der junge Mann hilft. Falls er aber irgendwann einmal in eine echte Notsituation gerät, ist er darauf gut vorbereitet.

Denn Jakob und seine Mitschüler der Jahrgangsstufe sieben an der Sekundarschule in Simmerath erfuhren jetzt praxisnah und aus erster Hand, wie man sich in einem Notfall verhalten muss. Yannick Melms, Rettungsassistent und Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), zeigte den Siebtklässlern in kurzweiliger Form und jugendgerechter Sprache, was in einem solchen Fall zu tun ist, und stellte auch die Berufe, Fahrzeuge und Aufgaben vor, die es im Rettungsdienst gibt.

Ziel ist ein Schulsanitätsdienst

Den Hintergrund der Besuche von Yannick Melms und seinen Kollegen Martin Blum, Tim Schiwek und Victor Bosch-Perez erläuterte Sabine Defourny, Rektorin der Sekundarschule und Klassenlehrerin einer siebten Klasse: „Wir möchten gerne einen Schulsanitätsdienst ab Klasse acht an unserer Schule einrichten und möchten durch die praxisnahe Schulung durch das DRK Schülerinnen und Schüler für diese Tätigkeit begeistern und gewinnen.“ Außerdem gewähre der Besuch der Rotkreuzler einen Einblick in die Berufsfelder des Rettungsdienstes und zeige den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung und Handhabung eines Notrufes auf, so die Pädagogin.

Von Notarzt bis Sanitäter

Yannick Melms (23), der nach dem Abitur eine dreijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten und Ausbilder für Ersthelfer absolviert hat und in seiner Freizeit unter anderem das Handballtor hütet und bei den Ferienspielen hilft, besprach mit den Schülern das „Ranking“ der Tätigkeitsfelder im Rettungswesen — vom Notarzt mit siebenjährigem Studium und mehrjähriger Notarzt-Ausbildung über Notfall- und Rettungssanitäter bis hin zum Rettungshelfer, Sanitäter und Ersthelfer. Melms zeigte in Bildern, was sich hinter den Kürzeln RTW, KTW, ITW, NEF und RTH verbirgt, nämlich die Fahrzeugflotte des Rettungsdienstes samt Rettungshubschrauber. Auf dem Schulhof war an diesem Vormittag dann auch eines dieser Fahrzeuge geparkt, so dass die Schülerinnen und Schüler hautnah erleben konnten, was passiert, wenn ein Mensch die Hilfe der Lebensretter vom DRK braucht.

(hes)
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