Mützenich: „Dorfgespräch“: Stärken und Schwächen im Fokus

Mützenich: „Dorfgespräch“: Stärken und Schwächen im Fokus

Die Stärken und Schwächen des Ortes wurden jetzt bei einem Dorfgespräch in Mützenich erörtert. Im Rahmen eines Leader-Projektes der Städteregion mit dem Titel „Aktive Dörfer“ war Prof. Dr. Christoph Hebel von der Gesellschaft für Regional-, Stadt-, Umwelt- und Verkehrsplanung nach Mützenich gekommen, um die Veranstaltung zu moderieren.

An diesem Abend solle keine beliebige Vorschlagssammlung erarbeitet werden. Jeder Vorschlag müsse auch zu der Frage führen, wer sich am Ende darum kümmern werde, erklärte Hebel. Deshalb stehe die Qualität und nicht die Quantität der Ideen im Vordergrund. In Mützenich müsse auch nicht bei Null angefangen werden, die Bürger hätten vieles sehr gut vorbereitet, das es aber zu bewahren gelte. „Bewahren ist oft schwerer als Neues zu beginnen“, sagte Hebel.

In einer ersten Runde hatte jeder der rund 25 Teilnehmer die Gelegenheit, aus seiner subjektiven Sicht zu sagen, was in Mützenich gut läuft und was verbessert werden könnte.

Zu den positiven Aspekten des Lebens in Mützenich gehören demnach der Zusammenhalt, das Wir-Gefühl in der Ortsgemeinschaft, die Offenheit gegenüber neuen Mitbürgern, die Nähe zu Belgien, die Nähe zur Natur und nicht zuletzt das Erntedankfest.

Auf der negativen Seite, ging es immer wieder um die Frage, wie junge Leute im Ort gehalten werden und leer stehende Wohnungen und Häuser vermieden werden können. In dem Zusammenhang stand der Ausbau der Infrastruktur im Vordergrund, insbesondere von schnellen Internetverbindungen, des ÖPNV und der Anbindung nach Aachen. Auch die Entwicklung der Schullandschaft, insbesondere der Grundschulen, bereitete den Teilnehmern Sorgen.

Außerdem ging es um die Frage, wie das Touristpotenzial des Ortes besser genutzt und vermarktet werden könnte. Es wurde angeregt, den Ravelradweg im Winter als Loipe zu nutzen. In diesem Zusammenhang wurde auf den Pilotversuch von Roland Krökel verwiesen. Ein anderer Vorschlag zielte darauf, Straußenwirtschaften an der Ravelroute zu errichten. Über den Ausbaus des Breitbandinternets sollen mit Politikern nochmals Gespräche geführt werden, um die Dringlichkeit dieser Maßnahme zu verdeutlichen.

Leerstehende Häuser und Wohnungen sollen in Zukunft auf einer Internetseite angepriesen werden. Gewünscht wurde außerdem den Vereinen mehr Rechtssicherheit zu geben. Hier ist daran gedacht, den Vereinen eine Art Steuerberatung anzubieten. Damit sich der Zustand der Straßen und Wege erhalten bzw. verbessert werden kann, sollen Personen, die sich verantwortlich fühlen, eine Patenschaft übernehmen.