Diskussion über zu klein bemessenen Vorfluter an der Kalfstraße

Neue Debatte im Betriebsausschuss Roetgen : Spiel auf Zeit bringt Bach zum Überlaufen

Das Vorflluter-Problem an der Kalfstraße ist längst überfällig. Doch bisher gibt es keine Regung vom Wasserverband, wie der Betriebsausschuss nun monierte.

Es ist kein neues Problem, aber dennoch sorgt es immer wieder für Diskussionen: Der Vorfluter an der Kalfstraße in Roetgen konnte in den vergangenen Jahren mehrmals starke Regenfälle nicht bewältigen. Die Folgen: Überschwemmungen, verärgerte Bürger und Zoff im Betriebsausschuss.

Seit Jahren wird über eine Vergrößerung des Vorfluters diskutiert. Der Wassergraben soll Abwasser auf natürliche Weise abtransportieren. Doch wenn es sehr stark und viel regnet, erreicht er schnell sein Limit und die Straße wird überschwemmt. Daher fordern die Bürger schon lange eine Vergrößerung des Grabens.

Dieser Schritt liegt allerdings nicht bei der Gemeinde, sondern beim Wasserband Eifel-Rur (WVER). Dieser beauftragte zwar einen Gutachter, der kam allerdings zu dem Ergebnis kam, dass der Graben ausreichend groß sei.

Da die Überschwemmungen aber weiterhin ein Problem darstellten, kündigte der WVER Anfang des Jahres an, Messgeräte zu installieren, die den Wasserstand protokollieren. Ob eine Erweiterung des Vorfluters erfolgt, ist vom Ergebnis der Messung abhängig. Nun, einige Monate später, steht der der Vorfluter wieder auf der Tagesordnung im Betriebsausschuss: Doch nicht einmal die Installation der Messgeräte ist erfolgt.

Dieser Sachstand verärgert die Gemüter im Betriebsausschuss. Schon öfters wurde Kritik an dem schleppenden Verlauf geübt. „Ein Sachverständiger, der das offensichtliche Problem nicht erkennt, will sich meiner Meinung nach entweder aus der Verantwortung ziehen oder ist inkompetent oder will uns ,verscheißern‘“, sagte Bernd Vogel (PRB). Vor allem in den Wintermonaten könne es zu nicht kalkulierbaren Überschwemmungen kommen. Denn wenn viel Schnee fällt und gefriert, können sich große Mengen ansammeln, die auftauen und als Wasser abtransportiert werden müssen. „Es gibe mehrere Ereignisse, die belegen, dass der Vorfluter nicht groß genug ist“, pflichtete Silvia Bourceau (UWG) bei. „Seit Jahren sind wir an diesem Problem dran.“

Immer noch viele Fragezeichen

So hatte der Verband bereits im Dezember 2016 bei einem Besuch im Betriebsausschuss angekündigt, dass im Frühjahr 2017 erste Baumaßnahmen erfolgen könnten, „aber mit Fragezeichen“. Diese Fragezeichen stehen offenbar immer noch im Raum. Daher forderten mehrere Stimme im Ausschuss nun, Druck auf den Wasserverband auszuüben. Bauamtsleiter Dirk Meyer erklärte, dass das Verhältnis zum Wasserverband ein sehr gutes sei. „Wir haben relativ häufig nachgefragt“, beteuerte er. „Der VWER weiß um die Dringlichkeit der Sache. Allerdings hat der Verband in seinem sehr großen Einzugsgebiet auch einiges zu tun und muss Prioritäten setzen.“ Dennoch gehöre es zu den Amtspflichten des Verbandes, die Bürger über den Sachstand zu informieren, auch für einen möglichen Schadensfall, meinte Albrecht Mauer (sachkundiger Bürger).

Besonders verärgert war auch Gudrun Meßing (Grüne Fraktion), die sowohl den Verband als auch die Verwaltung in der Verantwortung sieht. Die Stimmung im Betriebsausschuss kippte dann vollends, als es zu einem Schlagabtausch zwischen Meßing und Bürgermeister Jorma Klauss kam. Schließlich einigte man sich im Betriebsausschuss aber darauf, den WVER zur nächsten Sitzung einzuladen und zur Stellungnahme aufzufordern.

Auch zum Sachstand Rigole „Im Dorf“ und Greppstraße ll konnte die Verwaltung keine neuen Ergebnisse vorlegen.

(ll)
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