Höfen: Discounter Norma will in Höfen bauen

Höfen : Discounter Norma will in Höfen bauen

Die Nordeifel scheint ein spannendes und gewinnversprechendes Ansiedlungsgebiet für die Discounterkette Norma zu sein. Das Interesse der Handelskette mit deutschlandweit rund 1500 Filialen konzentriert sich aktuell auf den Standort Höfen, nachdem zuletzt das Vorhaben im Ortskern Lammersdorf scheiterte.

Bereits im August 2016 klopfte der Expansionsbeauftragte des Lebensmittel-Discounters bei der Stadt Monschau und anschließend beim Grundstücksbesitzer, dem Autohaus Kirch an der Hauptstraße, an, um sein Interesse zu bekunden, auf dem gegenüberliegenden Grundstück am Ortsrand eine Filiale einschließlich Bäckerei/Bistro (ca. 1000 Quadratmeter) sowie einen weiteren Fachmarkt mit einer geschätzten Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zu errichten. In diesem Fachmarkt kämen ein Getränke- oder ein Landhandel in Betracht. Der Bebauung vorgelagert werden soll entlang der Straße eine Ausstellungsfläche für das Autohaus, wie sie jetzt bereits vorhanden ist.

Die Planung für die Norma-Ansiedlung war nun auch Beratungsthema in der Sitzung des Monschauer Bau- und Planungsausschusses. Aus Sicht der Stadtverwaltung sollte das Vorhaben an diesem Abend eigentlich abgelehnt und zu den Akten gelegt werden, weil die „Entwicklungsvoraussetzungen“ auch seitens der Landes- und Regionalplanung fehlen würden.

Die Verwaltung sah im Verfahren zu viele Hürden: Die Auswirkungen auf die zentralen Versorgungsbereiche und die wohnortnahe Versorgung im Stadtgebiet und die Nachbarkommunen sei noch nicht geprüft worden, und Teile der Grundstücksflächen lägen nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans. Folglich müsse der Flächennutzungsplan geändert und ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Außerhalb eines festgelegten zentralen Versorgungsbereiches aber sei die Einleitung eines Bauleitverfahrens aussichtslos.

Trotz dieses behördlichen Gegenwindes wollte Höfens Ortsvorsteher Heinz Mertens aber eine kategorische Ablehnung der Norma-Ansiedlung nicht akzeptieren und beantragte für die CDU-Fraktion daher zunächst, die Beratung zu vertagen. In der aus seiner Sicht zu einseitig formulierten Vorlage der Verwaltung vermisste Mertens Alternativen, unter welchen Voraussetzungen eine abgeänderte Planung dennoch umsetzbar sein könnte. Ziel müsse es sein, mit allen Beteiligten zu erörtern, wie die Ansiedlung eines Nahversorgungsbereiches planerisch darstellbar sei.

Wegen des „hohen öffentlichen Interesses“ riet Bürgermeisterin Margareta Ritter aber von diesem Schritt ab, um keinen Raum für Spekulationen zu schaffen. Am Ende wurde nur kurz über das Vorhaben selbst diskutiert. Die Stadtverwaltung erhielt vom Ausschuss den Auftrag, für die nächste Sitzung Möglichkeiten aufzuzeigen, wie auf dem genannten Grundstück in Höfen eventuell eine Planung für eine Norma-Filiale plus Fachmarkt darstellbar sein könnte.

Relevanz für gesamte Stadt

„Wir werden sehen, was rechtlich möglich ist“, sagte Margareta Ritter auf Anfrage der Lokalredaktion. „Das Investoreninteresse und der Wille in der Bevölkerung allein reichen dafür nicht aus.“ Für ein solches Vorhaben müsse im Stadtrat ein Planungswille erkennbar sein; ebenso müsse man auch die Relevanz einer solchen Entwicklung für das gesamte Stadtgebiet betrachten. Die jetzt für Höfen vorliegende Planung betrachtet die Bürgermeisterin „in dieser Dimension und außerhalb des Siedlungsbereiches“ als problematisch.

Dem Vorschlag, Planungs-Alternativen aufzuzeigen, schloss sich auch Gregor Mathar (SPD) an, der aber festhielt: „Es wird Diskussionen geben.“ Leise Zweifel am Vorhaben äußerte auch Claus Sieverding (Grüne): „Das ist schon eine große Nummer. Es ist die Frage, ob Höfen eine Nahversorgung in diesem Umfang braucht.“

Eine große Chance für Höfen sieht Grundstückseigentümer Jürgen Kirch in einer möglichen Norma-Ansiedlung. Der Autohaus-Inhaber hat die seinem Betrieb gegenüberliegenden Grundstücke bereits vor vielen Jahren erworben (s. Box) und jetzt die notariellen Voraussetzungen dafür geschaffen, mit Norma einen Pachtvertrag über einen Zeitraum von 15 Jahren mit einer Option für weitere 15 Jahre abzuschließen.

Im Standort am Ortseingang Höfen sehe Norma eine ideale Lage, erläutert Hans Jürgen Kirch. Die Tankstelle, die Lage an der Bundesstraße 258, die Nähe zu Belgien und zu Ortschaften im Kreis Euskirchen seien dafür ausschlaggebend.

Der Geschäftsmann hat sich auch mit der Problematik der Nahversorgung befasst und verweist auf ein Gutachten, wonach die kleineren Geschäfte im Ort von einer Norma-Ansiedlung profitieren würden. Zudem werde die Infrastruktur verbessert, was Höfen als Wohnort attraktiver mache und die Lebensqualität verbessere.

Die Konkurrenz für den eigenen Shop scheut Kirch nicht. Er setzt auf Synergieeffekte, den für ihn erkennbaren Bedarf nach einem Supermarkt und neue Impulse für den Ort. „Eine Norma-Ansiedlung wäre eine Verbesserung der Lebensqualität, nicht nur für die Höfener Bevölkerung. Sie gewährleistet des Weiteren eine Nahversorgung über 30 Jahre plus zehn Jahre zusätzlicher Option.“

(P. St.)
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