Die Waldmaus lebt in der Nordeifel in Gärten, Parks und Felder

Aus der Natur unserer Heimat : Die Waldmaus lebt lieber in Gärten, Parks und Felder

Maus ist nicht gleich Maus. Wie viele Mausarten es in unserer Region gibt, ist nicht genau bekannt, mit Sicherheit aber leben hier drei Mausarten: Hausmaus, Feldmaus und Waldmaus. Dazu auch Spitzmäuse und Haselmäuse.

Die Waldmaus lebt entgegen ihrem Namen weniger im Wald, sondern in Gärten, Parks, Feldern, an Wegböschungen, Waldrändern und auf freien Flächen mit Gebüsch. Wichtig ist Gestrüpp aus Pflanzen, wo sie sich verstecken kann. So hat sich eine dieser Mäuse in diesem Frühjahr in Dedenborn eine Treppe aus alten Bahnschwellen und vielen Blumen als Revier ausgesucht.

Da an dieser Treppe auch Spatzen gefüttert werden, findet sie anscheinend ausreichend Nahrung. Sie ist nicht sehr scheu und lässt sich manchmal länger als eine halbe Stunde bei der Nahrungssuche beobachten. Dabei stellt der Beobachter fest, dass die Waldmaus unwahrscheinlich schnell laufen und gut klettern kann. Im Gegensatz zur Feldmaus lebt die Waldmaus hauptsächlich als Einzelgänger und ist überwiegend in der Nacht aktiv, aber auch hin und wieder am Tage. Sie gräbt sich in die Erde Baue mit Nest- und Vorratskammern. Sie polstert das Nest mit Stroh, Heu, Laub und Moos aus und trägt Vorräte ein.

Da sie hervorragend klettern kann, benutzt sie manchmal auch Baumhöhlen oder Vogelnistkästen für ihre Nester. Sie hält keinen Winterschlaf und kommt im Winter oft auch in Gebäude und hat da früher häufig Schaden angerichtet an Getreide- und Mehlvorräten und wurde vom Menschen als Plagegeist angesehen. Auch Lageräpfel wurden damals häufig von dieser Maus und den Hausmäusen angeknabbert. So eine Waldmaus wird insgesamt 18 bis 20 Zentimeter lang, wobei auf den Schwanz ungefähr neun Zentrimeter entfallen.

Die Oberseite ist braungrau, rötlich überzogen und hat keinen Rückenstreif. Ein besonderes Merkmal sind die großen, halbkugeligen Augen, die auf einen guten Sehsinn und nächtliche Aktivität hinweisen. Wie bei Nagetieren üblich, werden die Zähne bei der Nahrungsaufnahme stark beansprucht und wachsen ständig nach. Ihre Nahrung sind Sämereien aller Art, Getreidekörner, Bucheckern, Haselnüsse, Fichtensamen. Ferner ernährt sich die Waldmaus von Beeren, Pilzen und Obst, aber auch Würmer und Insekten und deren Larven werden nicht verschmäht.

Zwei Monate nach ihrer Geburt sind die Jungen schon geschlechtsreif, wobei die Männchen sich nicht an der Aufzucht des Nachwuchses beteiligen. Je nach Witterung und Verbreitungsgebiet kann es zu zwei bis vier Würfen mit jeweils vier bis sechs Jungen kommen. Natürliche Feinde der Waldmaus sind Hauskatze, Wildkatze, alle Greifvögel, Igel, Ringelnatter, Hermelin, Mauswiesel, Marder, Iltis und mittlerweile wohl auch der Waschbär. Aufgrund dieser vielen Tiere, die die Waldmaus als Nahrung jagen, erreicht eine Waldmaus in der Natur selten ein Lebensalter von mehr als drei Jahren. Das wird ausgeglichen durch die hohe Anzahl von Jungtieren während einer Saison zwischen März und Oktober.

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