Nordeifel: Die Urfttalsperre ist fast leer

Nordeifel: Die Urfttalsperre ist fast leer

Kalt, ungemütlich und nass - der Sommer ist der neue Herbst. Und trotzdem sind die Talsperren, die von den Flüssen Urft und Rur ihren Namen haben, nur mäßig gefüllt.

„Die Urfttalsperre hat nur einen Füllstand von 17 Prozent”, sagt der Pressesprecher des Wasserverbands Eifel-Rur. Es sei derzeit eben nur „gefühlt nass”. Und so erstrahlt die Fläche, die sonst von Wasser bedeckt ist, in sattem Grün. Und die Urft schlängelt sich als Bächlein durch die Landschaft - ein ungewohnter Anblick.

Seiler nennt Zahlen: Am Mittwoch um vier Uhr morgens lieferte die Urft 1,35 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. In Dedenborn spülte die Rur 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre. „Allerdings sind wir verpflichtet, Mindestmengen abzugeben, damit etwa die Dürener Papierindustrie genügend Wasser erhält”, so Seiler. Dem Zufluss von rund drei Kubikmetern Wasser stünde eine Abgabe von 7,7 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gegenüber. „Daher haben wir derzeit fallende Pegelstände in den Talsperren, die nur unterdurchschnittlich gefüllt sind”, so der WVER-Pressesprecher.

Trinkwasser kein Problem

Natürlich habe es in den vergangenen Tagen und Wochen auch Niederschläge gegeben, sagt Seiler weiter. Der Sommer zeigt sich nicht von seiner besten Seite. „Trotzdem steht die Vegetation derzeit in vollem Saft , so dass sie uns das meiste Wasser wegsaugt”, so der Pressesprecher. Ein weiterer Grund, warum auch weniger Wasser in den Talsperren ankommt. Besorgniserregend sei das aber nicht.

Die Talsperren erfüllten derzeit ganz normal ihren Zweck - nämlich im Winter das überschüssige Wasser einzusammeln und im Sommer Trockenperioden zu überbrücken. Für die Trinkwasser-Versorgung gebe es insofern auch keine Probleme. Der Obersee sei mit 17,8 Kubikmetern noch gut gefüllt.

Insgesamt seien in der Rurtalsperre bei einem Fassungsvermögen von 202,6 Kubikmetern derzeit 127,9 Kubikmeter Wasser. „Das ist über die Hälfte und für unsere wasserwirtschaftlichen Zwecke ausreichend”, so Marcus Seiler.

Die 17 Prozent Füllstand der Urfttalsperre treiben dem Pressesprecher auch keine Schweißperlen auf die Stirn. Denn sie erfülle keinen wasserwirtschaftlichen Zweck.

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