Aachen: Die schwierige Suche nach Platz für Windräder

Aachen: Die schwierige Suche nach Platz für Windräder

Wirklich gegen Windenergie ist natürlich niemand. Aber die wuchtigen Rotoren stoßen natürlich nicht überall auf Gegenliebe. Und so gab es erwartungsgemäß auch am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz keinen einhelligen Beifall für die von der Verwaltung auserkorenen Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen.

Die etwas geschrumpften Areale im Norden und im Süden der Stadt fanden zwar mehrheitlich Zustimmung, Die FDP lehnt den Ausbau der Windenergienutzung sowohl im Münsterwald als auch in den Bereichen Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg und Horbacher Straße weiterhin ab.

Und die SPD kann sich mit den Standorten im Norden auch nicht abfinden. „Beratungsbedarf” hatten die Sozialdemokraten zu Beginn der Sitzung angemeldet. Im gegensatz zu den üblichen Gepflogenheiten verschoben die Politikerkollegen den Tagesordnungspunkt aber nicht in die nächste Sitzung, weil sonst der Fahrplan für den Ausbau der Windenergienutzung durcheinander geraten würde.

Es gäbe Schwierigkeiten mit den weiteren Abläufen, erklärte Umweltdezernentin Gisela Nacken und warb um die Mitarbeit der Beratungsbedürftigen. Zur Abstimmung stünde schließlich noch keine abschließende Entscheidung, die fälle der Rat wohl erst kurz vor der Sommerpause. Und auch Umweltamtsleiter Elmar Wiezorek betonte die Vorläufigkeit: „Wir sagen nicht, dass diese Standorte unproblematisch sind”, so Wiezorek, nur solle eben in diesen Bereichen die Planung weiter vorangetrieben werden. Mögliche Hindernisse seien dann im später folgenden Umweltbericht zu finden.

Zunächst hatte die Verwaltung den Aachener Stadtplan nach Flächen abgesucht, die überhaupt für den Ausbau der Windenergie in Frage kommen könnten. Das sind ohnehin nur kleine Flecken, weil das Meiste schon wegen diverser Vorgaben aussortiert werden kann: Allzu nahe Wohnbebauung, Naturschutzgebiet, Hochspannungsleitungen Einflugschneisen zund weitere Ausschlusskriterien lassen die Auswahl merklich kleiner werden.

So blieben gerade mal knapp zwei Prozent der Stadtgebietes übrig. Und die brauche man wohl auch, meint die Verwaltung. Bund und Land würden die Ausweisung von Arealen zur Windenergienutzung in etwa dieser Größenordnung erwarten, erklärte Gisela Nacken.

„Nicht davonstehlen”

Das war zugleich dann auch eine Antwort auf die Frage des Freidemokraten Peter Blum, ob denn die Verwaltung mit den Nachbarn in Städteregion und Euregio über Windräder in deren Gebieten gesprochen habe. Laut Nacken habe die Städteregion auf die Planungshoheit der angehörigen Kommunen verwiesen, auch jenseits der Staatsgrenzen habe man eigene Pläne.

Und letztlich müsse die Stadt Aachen eben Flächen auf ihrem Gebiet ausweisen, ebenso wie die Nachbargemeinden auch. „Da kann man sich nicht davonstehlen und auf die Nachbarn verweisen”, hielt auch Jochen Luczak von den Grünen der FDP entgegen. Er lobte die Verwaltung für ihre Arbeit, die nun die Abwägung weiterer Schritte ermögliche. Auch Christdemokrat Alexander Gilson sah darin eine „gute Grundlage” und bekundete für seine Fraktion Zustimmung.

Die SPD hingegen tat sich schwer. Gegen einen weiteren Ausbau der Windenergie in den nördlichen Bereichen habe man sich schon immer ausgesprochen, erklärte Sprecherin Heike Wolf. Sie verwies daneben auf Probleme mit den Ausgleichsflächen für das Gewerbegebiet Avantis. Die Konzentrationsflächen im Norden lehnten die Sozialdemokraten ab, denen im Süden stimmten sie auch nicht zu - sie enthielten sich.