Monschau: Die positive Entwicklung der VHS fortgesetzt

Monschau : Die positive Entwicklung der VHS fortgesetzt

In der jüngsten Sitzung des Volkshochschulzweckverbandes Südkreis Aachen sind sich alle einig gewesen: „Die positive Entwicklung der VHS hat sich deutlich fortgesetzt“, fasste Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zusammen.

„Und das sogar mit dem kleinsten Etat des Landes“, ergänzte Jorma Klauss, Bürgermeister von Roetgen und Verbandsvorsteher.

„Der Weiterbildungsbedarf ist da“, sagte Marlies Breuer, Leiterin der Volkshochschule (VHS). Und das belegten auch die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: Insgesamt wurden von den eigentlich geplanten 6964 Unterrichtsstunden 4709 durchgeführt. Das Jahressoll von 4000 Stunden und das nach dem Gesetz zur Modernisierung der Weiterbildung erforderliche Mindestangebot von 3200 Stunden wurden also deutlich überschritten. „Wir kalkulieren immer mit bis zu 40 Prozent an Ausfallstunden. Das ist einfach normal und gehört zu unserer Planung dazu. Es ist eine sehr gute Zahl, die realisiert wurde“, sagte Hermanns.

Deswegen wurde auch über die Erweiterung des VHS-Teams diskutiert. Schließlich müsse ein höherer Aufwand an Verwaltungsarbeit gestemmt werden, so Breuer. Mit einem Blick auf die Entwicklung der Unterrichtsstundenzahl sei zu erkennen, dass eine Steigerung der Teilnehmenden, Unterrichtsstunden und der zusätzlichen Projektstunden zu erkennen sei. Seit 2012 stieg die Anzahl der Kurse von 193 auf 252 im Jahr 2016. Ein Stopp des Anstiegs sei erst einmal nicht zu erwarten. Durch die Errichtung einer neuen Teilzeitstelle für eine Verwaltungskraft wolle man den dadurch entstehenden Mehraufwand besser bearbeiten können.

Diesem Beschluss hatte auch niemand der Anwesenden etwas entgegenzusetzen: „Das ist ganz einfach: Unsere VHS wächst im pädagogischen Bereich und zieht jetzt einfach nur in der Verwaltung nach.“ Für das Jahr 2019 bekommt die VHS die zusätzliche Stelle, deren Mehrkosten auf etwa 23 650 Euro pro Jahr geschätzt werden. Eine Deckung dieser Kosten könne aber nicht durch zusätzliche Fördermittel erfolgen, da der Höchstbetrag bereits ausgeschöpft sei. Deswegen werden die Personalkosten im Rahmen der Umlage durch die drei Mitgliedskommunen getragen werden.

Neue Kooperationen

Auch mit den aktuellen Zahlen waren Hermanns und Klauss zufrieden, obwohl das erste Semester in diesem Jahr noch nicht abgeschlossen ist. Insgesamt werden im ersten halben Jahr schätzungsweise 2192 förderungsfähige Unterrichtsstunden stattfinden.

Besonders froh war Breuer, neue Kooperationspartner gefunden zu haben. So finden VHS-Kurse jetzt etwa nicht nur zusätzlich im Familienzentrum Johannes der Täufer in Lammersdorf oder im Jugendcafé Simmerath statt, sondern seit Jahresbeginn auch im Familienzentrum in Konzen.

Digitalisierung und Politik

Mit Blick auf kommende Angebote unterstrich Breuer erneut die Wichtigkeit von Kursen, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. „Jeder muss mit den neuen Medien umgehen können, da sehen wir noch viel Schulungsbedarf“, sagte sie. „Und der Zulauf in diesem Themenbereich ist sehr groß.“ Außerdem sei sie gespannt auf eine besondere Kursreihe: „Das nächste Jahr steht auch unter dem Motto 70 Jahre Menschenrechte.“ Dazu gibt es in Zusammenarbeit mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der RWTH Aachen unter anderem auch Kurse zum Thema Menschenwürde und zu der Frage „Wann sind Bilder politisch?“. Aber auch die neue Datenschutz-Grundverordnung DSGVO wird Thema sein.

Besonders betonte Breuer, dass auch Schulklassen herzlich willkommen seien. Vor allem im „Jahr der politischen Bildung“.

In den vergangenen Jahren habe sich stark gezeigt, dass Sprache und Arbeit nicht gleich einer gelungenen Integration sei. Auch die kulturelle und politische Bildung gehöre dazu. Das sei auch vermehrt die Aufgabe ihrer VHS. „Aber das bekommen wir gut hin.“

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