Eicherscheid: Die Kooperation im Jugendfußball weiter ausbauen

Eicherscheid: Die Kooperation im Jugendfußball weiter ausbauen

Die Kooperation zwischen dem SV Germania Eicherscheid und dem TV Konzen — von der Bambini—Mannschaft bis zur A—Jugend vollzogen - ist ein für die gesamte Nordeifel beispielhaftes Erfolgs— und Überlebensmodell.

Um deshalb die sportliche Zukunft der Germanen zu sichern und auch oft noch zaudernden Nachbarvereinen in absehbarer Zeit mit flexiblen Konzepten Existenzwege aufzuzeigen und so Bestandgarantien zu sichern, planen Vorstand und Jugendausschuss des derzeit gesetzten Meisterschaftsanwärters mit Bezirksliga—Ambitionen von der Bachstraße bald die Aufnahme erster Sondierungsgespräche zwecks Gründung weiterer Fußball—Spielgemeinschaften.

Aufgrund dünner Spielerdecke infolge geburtenschwacher Jahrgänge und - nicht zuletzt - sich wandelnder Interessen Jugendlicher, die längst mehr als Fußball als ersten Freizeitspaß im Fokus haben, sehen sich die Entscheidungsträger um Jugendleiter Franz—Josef Renner veranlasst, „die Fühler nach kooperationswilligen Sportfreunden von Clubs in der engeren Umgebung auszustrecken. Bei uns in Eicherscheid hat man die Zeichen der Zeit erkannt, den Spielbetrieb der Zukunft meistern wir erfolgreich nur gemeinsam mit der befreundeten Konkurrenz“.

Renner rechnete jetzt rund 50 zum Vereinsjugendtag der Germania im Sportheim erschienenen Zuhörer vor, dass künftig laut jüngsten Prognosen in Eicherscheid jährlich nur noch sechs bis zehn Kinder geboren würden. „Dann bleiben für den Bambinikader allenfalls drei Jungen“. Das sei viel zu wenig, um auf Dauer eine funktionierende Mannschaft aufzustellen.

Nach Verlesen des Sitzungsprotokolls aus 2013 behandelten die Anwesenden ein aktuelles Thema, das auf Antrag der Hauptvorstands—Geschäftsführerin Renate Scheidt Aufnahme in die Tagesordnung fand. Sie stellte ein neues gesetzlich verankertes Jugendschutz—Konzept vor, nach dessen Statuten Personen mit umsorgenden Führungsfunktionen in Vereinen (Übungsleiter pp.) ihre Eignung und Qualifikation zum einwandfreien, vertrauensvollen und doch distanzierten Umgang mit Kindern und Jugendlichen anhand eines erweiterten Führungszeugnisses unter Beweis stellen müssen. Das Gefährdungspotenzial im dichten Spannungsfeld zwischen Trainer und Jungsportlern sei nicht zu unterschätzen.

In seinem Bericht zum Status der einzelnen Jugendabteilungen bemerkte Renner, dass der Nachwuchskader derzeit aus zehn Mannschaften bestehe. Die A—Jugend schlage sich in der Sondergruppe prächtig: „Wir brauchen uns nicht zu schämen! Mitte Juni möchten wir uns in der Qualifikationsrunde wieder behaupten!“

Kassierer Horst Schmitz meldete „noch einmal“ vor seiner Amtsbestätigung den Versammelten ein Minus in der Einnahmen-/Ausgabenrechnung. Die Summe der Betreuer—Vergütungen verdoppelte sich und Sportkleidung musste angeschafft werden. Gleichwohl fanden die Kassenprüfer Nicole Hoss und Klaus Arnolds „keinerlei Beanstandungen“ am Zahlenwerk des Schatzmeisters.

Die Neuwahl des kompletten Jugendvorstandes ging unter Leitung des Germania—Vorsitzenden Günter Scheidt vonstatten. Er dankte dem Vorstand für dessen geleistete Arbeit der vergangenen zwei Jahre und vergaß nicht, „die vielfältige Unterstützung, die Jugendausschuss und die jungen Spieler/innen seitens unserer Elternschaft erfuhren“, zu würdigen, etwa durch Transport der Aktiven zum Training, Meisterschaftsspielen oder Turnieren. Scheidt forderte „Hochachtung vor dem Einsatz unserer Jugendbetreuer, jeder von ihnen opfert jährlich 400 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Germania—Jugend.“

Franz—Josef Renner, seit mehr als 30 Jahren im Amt, wird auch in den kommenden zwei Jahren als Jugendleiter fungieren. Er räumte freilich ein, die Ausübung seiner Tätigkeit falle ihm „zunehmend schwer. Mein Altersabstand zu den Jugendlichen wächst ständig“. Renner wünscht sich „mehr einsatzkräftige Betreuer, die engen Kontakt zur Jugend pflegen“.

Mit Klaus Arnolds wurde Renners Stellvertreter als Jugendleiter gekürt. Den Posten des Geschäftsführers übt der Vorsitzende aber weiterhin zusätzlich aus. Protokollführerin bleibt Claudia Jansen, auch das stattliche Beisitzer-Gremium wurde im Wesentlichen wiedergewählt. Es besteht aus Christel Hüpgens, Christel Zirwes, Uwe Hammerschmidt, Niklas Offermann, Christof Lützeler und Manuel Schäfer.

Zu Jugendvertretern im Hauptvorstand wurden Benedikt Baumgarten, Jonas Schmidt, Jens Hammerschmidt und Jannis Weishaupt ernannt. Die Abteilungskasse wird fortan von Nicole Hoss und Daniel Stollenwerk geprüft. Die neuen Trikots, auf denen, so der Jugendvorstand, „die Partnerschaft Konzen/Eicherscheid optisch deutlich in Erscheinung tritt“, sollen am 29. Juni im Rahmen eines Jugendturniers eingeweiht werden.

Abschließend nahm Franz—Josef Renner Ehrungen verdienter Sportler vor. Dominik Förster und Leon Scheidt absolvierten mehr als 200 Pflichtspiele in Blau—Weiß. Nun werden sie von der A—Jugend in den Kreis der Senioren übernommen, desgleichen Gabriel Gostek, der es als A—Jugendlicher schon auf deutlich mehr als 250 Einsätze brachte. Mit Dank wurde Frank Thielen verabschiedet, der als Trainer zum TV Konzen wechselt, der Germania nach eigenem Bekunden aber „stets verbunden bleiben möchte.“

(M. S.)
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