Simmerath: Die Kauflust am späten Abend geweckt

Simmerath: Die Kauflust am späten Abend geweckt

Tagsüber ist Simmerath eine gute Einkaufsadresse, aber danach versinkt der Zentralort in der wohl verdienten Abendruhe. Das muss nicht sein, dachte sich der Gewerbeverein Simmerath und kam auf die Idee, die Kauflust der Kundschaft auch am Abend zu wecken.

Aus diesem Gedanken heraus entstand die 1. Simmerather Shopping Night, wie es heute in verkaufsförderndem Englisch heißt.

Am Freitag war nun die Premiere der langen Simmerather Einkaufsnacht rund um den angestrahlten Kraremann. Das Experiment darf als gelungen bezeichnet werden, denn rund 1000 Besucher steuerten das Simmerather Ortszentrum und die umliegenden Konsum-Schwerpunkte an.

Und wer sich schon am Abend auf den Weg nach Simmerath macht, der möchte auch aktiv teilnehmen am Einkauferlebnis, das bis 22 Uhr ausgedehnt wurde. So füllte sich die Hauptstraße sichtbar bei bestem Einkaufswetter am Abend, sogar der Baukran am neuen Kraremann-Karree war angestrahlt, während es in den etwas entfernt liegenden Bereichen etwas ruhiger zuging.

Rund 30 Geschäfte beteiligten sich an der Premiere, und fast alle lockten mit teils einfallsreichen Attraktionen, die das Geld ausgeben leichter machen. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Mode und Musik

„Das war ein guter Start”, zog Gewerbevereins-Vorsitzender Michael Haas am Abend eine erste Bilanz. Die Resonanz der Kundschaft dürfte den Grundstein für weitere Shopping-Nächte gelegt haben. Im Modehaus Haas war kaum noch ein Platz zu bekommen, als in einer Trend-Modenschau die textilen Highlights der Saison aufgeboten wurden. Auf dem Laufsteg bewegten sich die jungen Damen und Herren der Tanzwerkstatt Simmerath mit routinierter Lässigkeit, ehe dann die Kundschaft selbst anprobieren konnte was gefällt.

Nicht weniger Andrang herrschte auch bei Mobau Thelen, wo das Gesangsduo Syln´ Dan eine Bühne gefunden hatte und zahlreichen Kunden in die weitläufigen Gänge zwischen Bohrmaschinen und Energiesparlampen lockte.

Verlockend auch das Angebot im Schuhhaus Hilgers, wo das Motto lautete: Je später der Abend, desto höher der Rabatt. Diese originelle Form der „Happy Hour” erwies sich ebenso als gelungene Geschäftsidee.

Auf eine Schatzsuche der besonderen Art konnte sich die Abendkundschaft bei Optik Kaulard begeben. Hier gab es eine spannende Einführung in den Geo-Explorer. Dieses kleine Gerät führt zu Plätzen in der Landschaft, wo kleine Schätze vergraben sind. Diese neue Form des Navi-Wanderns wird immer populärer.

Viele Gäste erlebten aber auch eine Entdeckungsreise der anderen Art, denn so mancher Kunde fand sich in Geschäften wieder, die er bislang nur von außen kannte. Das kann auch Angelika Rosenwick vom „Sandwich” bestätigen, die glaubt, dass eine Shopping Night auch zweimal im Jahr gut ankommen würde. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz der Premiere: Die Leute nehmen sich einfach mehr Zeit und sind entspannter.”

Das scheint in der Tat so zu sein In vielen Geschäften herrschte reger Betrieb, Besonders Mode war gefragt, aber es ließ sich auch ausgiebig in den Buchhandlungen stöbern oder im Rewe-Markt kleine Köstlichkeiten genießen. Warum ein Laden auf der Hauptstraße in bester Lage, der in diesen Tagen mit einem preisgünstigen Räumungsverkauf wirbt, allerdings dunkel blieb, bleibt wohl ein Geheimnis der Shopping Night.

Feuerwerk zum Abschluss

Das Experiment des späten Einkaufs dürfte also seine Fortsetzung finden, und ist bestimmt noch ausbaufähig. Etwas mehr Aktivitäten und Blickfänge vor den Ladentüren würden dabei bestimmt nicht schaden. Eine Ladenbesitzerin erkannte übrigens noch einen anderen Aspekt der langen Nacht: Man könne sich schon wieder langsam daran gewöhnen, bei Dunkelheit die Ladentür zu schließen.

Fast alle Besucher blieben bis zum Schluss, aber nicht etwa wegen der Schnäppchen, sondern wegen des Feuerwerks, das mit Farbenpracht und Knalleffekten die Shopping Night beschloss. Sogar am Musikpavillon war also an diesem Abend einmal richtig Betrieb, von wo aus die Leuchtkörper unter großem Beifall abgeschossen wurden und sich über dem Rathaus ausbreiteten.

Selbst die Zugaberufe nach dem 15-minütigen Himmelsspektakel blieben nicht ungehört: Es folgten noch zwei Extra-Schuss, ehe die Besucher dann scharenweise den Heimweg antraten.