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GenoEifel: Die Generationengenossenschaft verbindet in der Eifel

GenoEifel : Die Generationengenossenschaft verbindet in der Eifel

Die 90-jährige Margarete Kaerkes aus Rurberg und Manuela Emunds-Wermeter aus Steckenborn sind ein eingespieltes Team. Die Mitgliedschaft in der GenoEifel begründete eine schöne Freundschaft.

Dienstag, 12 Uhr mittags in Rurberg. Auf dem Gesicht der 90-jährigen Margarete Kaerkes erscheint ein Lächeln. Eben ist Manuela Emunds-Wermeter aus dem fünf Kilometer entfernten Steckenborn vor ihrer Haustüre vorgefahren. Jetzt geht es gemeinsam zum Einkaufen und die Besorgungen tätigen, die auf dem Zettel der Seniorin stehen – wie jeden Dienstag, pünktlich um 12 Uhr. „Und wenn noch etwas Zeit bleibt“, schmunzelt Margarete Kaerkes, „gehen wir noch eine Tasse Kaffee trinken.“

Zwischen den beiden Frauen hat sich mittlerweile eine echte Freundschaft entwickelt. Kennengelernt haben sie sich durch die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft. In der sind beide Mitglieder, Margarete Kaerkes schon seit zwei Jahren. „Als mein Mann mit fast 92 Jahren seinen Führerschein abgab, haben wir uns umgesehen, wer uns zum Einkauf, Friseur oder Arzt begleiten kann, denn wir hatten ja nun kein Auto mehr.“ Seit ihr Mann Anfang des Jahres verstarb, ist die 90-Jährige noch mehr auf diese Begleitung angewiesen.

„Hier in Rurberg gibt es ja kein Geschäft mehr.“ Daher ist sie froh, durch die GenoEifel Manuela Emunds-Wermeter gefunden zu haben, „die mir hilft, dass ich noch eine Weile allein zu Hause bleiben kann.“ Genauso wichtig wie die Begleitung zum Einkauf ist für Margarete Kaerkes auch, dass sie mal ein privates Wort wechseln und sich austauschen kann. „Bei mir sind es sehr viele Erinnerungen, die die arme Frau Wermeter hören muss“, lacht die rüstige Seniorin und freut sich immer auf die Abwechslung vom Alltag.

Manuela Emunds-Wermeter geht es ähnlich. „Der Dienstag gehört Frau Kaerkes. Da ist die Zeit von 12 bis 15 Uhr für alles andere geblockt“, sagt sie mit einem Lächeln. Der Anlass, der sie zum Mitglied in der GenoEifel werden ließ, ist eigentlich sehr traurig. Im Januar 2021 ging Manuela Emunds-Wermeter in Rente. Sie wollte Zeit haben, um ihre kranke Mutter zu pflegen, die jedoch leider kurz danach verstarb. Ihr Mann brachte eines Tages einen Flyer von der GenoEifel mit nach Hause und meinte nur: „Das ist doch etwas für dich.“

Womit er recht haben sollte, hatte seine Frau doch schon zuvor im sozialen Bereich gearbeitet. So kam Manuela Emunds-Wermeter zur GenoEifel, wo sie in erster Linie Gesellschaft leistet und Mitfahrgelegenheiten zum Einkaufen anbietet. Das Ehepaar Kaerkes aus Rurberg waren die ersten Hilfesuchenden, die ihr vermittelt wurden, und der Kontakt ist bis heute besonders geblieben. „Das sind immer sehr nette Stunden, die wir miteinander verbringen“, sagt die Helferin. „Das ist sehr harmonisch und schön“, sieht Margarete Kaerkes das ähnlich, „wir beide kommen sehr gut miteinander aus.“

Bleibt zum Schluss die Frage, warum man Mitglied in der Generationengenossenschaft GenoEifel werden sollte. „Da hat man das Gefühl, es ist jemand für dich da“, sagt die 90-jährige Rurbergerin spontan und Manuela Emunds-Wermeter ergänzt: „Das ist eine Stelle, wo man Hilfe auf einem kurzen Wege anfordern und erhalten kann.“

(red)